Ärzte Zeitung online, 28.04.2011

Böll-Stiftung: Sexuelle Gewalt als Kriegstaktik

BERLIN (dpa). Berichte über Vergewaltigungen von Frauen durch Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi sind nach Angaben der Heinrich-Böll-Stiftung "keine Überraschung".

Sadismus und die sexuelle Erniedrigung des Gegners gehörten zum Krieg dazu, sagte Vorstandsmitglied Barbara Unmüßig am Donnerstag im "Deutschlandradio Kultur".

Deshalb seien Vergewaltigungen kein individuelles Fehlverhalten, sondern Teil der Kriegstaktik. "Wir erleben ja, dass es keine individuellen Vergewaltigungen sind, sondern sehr oft Gruppenvergewaltigungen".

Dabei gehe es auch um die Zerstörung der Identität und des Familien-Zusammenhalts des Gegners. "In vielen Gesellschaften ist es (...) auch so, dass die Ehre der Männer verletzt und getroffen wird, wenn ihre Frauen (...) vergewaltigt werden", sagte Unmüßig.

Der Ehrenkodex führe dann auch leider dazu, dass Vergewaltigungsopfer aus der Familie ausgestoßen würden.

Topics
Schlagworte
Panorama (33051)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »