Ärzte Zeitung online, 28.04.2011

Böll-Stiftung: Sexuelle Gewalt als Kriegstaktik

BERLIN (dpa). Berichte über Vergewaltigungen von Frauen durch Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi sind nach Angaben der Heinrich-Böll-Stiftung "keine Überraschung".

Sadismus und die sexuelle Erniedrigung des Gegners gehörten zum Krieg dazu, sagte Vorstandsmitglied Barbara Unmüßig am Donnerstag im "Deutschlandradio Kultur".

Deshalb seien Vergewaltigungen kein individuelles Fehlverhalten, sondern Teil der Kriegstaktik. "Wir erleben ja, dass es keine individuellen Vergewaltigungen sind, sondern sehr oft Gruppenvergewaltigungen".

Dabei gehe es auch um die Zerstörung der Identität und des Familien-Zusammenhalts des Gegners. "In vielen Gesellschaften ist es (...) auch so, dass die Ehre der Männer verletzt und getroffen wird, wenn ihre Frauen (...) vergewaltigt werden", sagte Unmüßig.

Der Ehrenkodex führe dann auch leider dazu, dass Vergewaltigungsopfer aus der Familie ausgestoßen würden.

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