Ärzte Zeitung online, 05.05.2011

Cannabis verliert offenbar an Reiz

Laut einer repräsentativen Befragung rauchen vor allem Zwölf- bis 17-Jährige weniger Marihuana.

Von Pete Smith

Cannabis verliert offenbar an Reiz

Cannabis bei Jugendlichen weniger beliebt? Der Konsum zumindest geht zurück.

© yellowj / fotolia.com

FRANKFURT/MAIN. Immer weniger Jugendliche in Deutschland konsumieren Haschisch oder Marihuana. Einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zufolge ist der Cannabiskonsum vor allem in der Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen stark rückläufig.

In einer Repräsentativbefragung unter 7000 jungen Bundesbürgern hat die BZgA im Juni, Juli und August 2010 den Cannabiskonsum der Zwölf- bis 25-Jährigen in Deutschland untersucht. 24 Prozent der Befragten gaben an, in ihrem Leben mindestens einmal Haschisch oder Marihuana geraucht zu haben. 2004 waren es 31 Prozent gewesen.

Optimistisch stimmt der Trend bei den Zwölf- bis 17-Jährigen. In dieser Gruppe sind es nur noch sieben Prozent, die Erfahrungen mit Cannabis zugeben, während es 2004 noch doppelt so viele waren. In der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen sank der Anteil von 43 Prozent 2004 auf aktuell 35 Prozent.

"Es ist uns gelungen, den rückläufigen Trend beim Cannabiskonsum weiter zu festigen", kommentierte BZgA-Direktorin Professor Elisabeth Pott die Ergebnisse der Studie. "Nach einem deutlichen Anstieg in den 1990er Jahren geht der Anteil Jugendlicher und junger Erwachsener, die mindestens einmal im Leben Cannabis konsumiert haben, seit 2004 kontinuierlich zurück."

Allerdings bleibe die Prävention auch zukünftig unverzichtbar. "Gleichzeitig müssen wir uns auch intensiv um diejenigen bemühen, die einen regelmäßigen und damit gesundheitlich riskanten Cannabis-Konsum aufweisen", so Pott.

Der aktuellen Studie zufolge geben gut drei Prozent der 18- bis 25-Jährigen an, regelmäßig (häufiger als zehnmal in den letzten zwölf Monaten) Haschisch oder Marihuana konsumiert zu haben, wobei die jungen Männer hier mit fünf Prozent gefährdeter sind als die jungen Frauen (1,4 Prozent).

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