Ärzte Zeitung online, 16.05.2011

Pornos in Bin Ladens Schlafzimmer gefunden

Beim Sturm des Verstecks von Osama Bin Laden in Pakistan fanden die Amerikaner umfangreiches Datenmaterial - laut US-Medien waren auch Pornos darunter. Mit dem Schlag gegen die Terrororganisation habe man mehr über al-Qaida erfahren als in den vergangenen zehn Jahren.

WASHINGTON (dpa). Bei dem Einsatz der US-Spezialeinheit gegen Osama bin Laden im pakistanischen Abbottabad sind nach US-Medienberichten auch Pornos gefunden worden.

Im Schlafzimmer des Anwesens habe man "unzüchtige Bilder" entdeckt, die Paare beim Sex zeigen, sagte ein namentlich nicht genannter Regierungsmitarbeiter dem Sender CBS. Auch Videos seien dabei gewesen.

Die "große Menge" pornografischen Materials befand sich demnach in einer Holzkiste im Schlafzimmer. Laut CNN wurde zudem eine unveröffentlichte Audio-Botschaft des Terrorchefs sichergestellt.

Zweifel an den Funden

In der arabischen Welt stießen die Berichte über Pornos im Besitz des Terroristenführers auf Misstrauen. Die Zweifel wurden durch die vielen widersprüchlichen Meldungen genährt, die das Weiße Haus rund um die Tötung des Top-Terroristen veröffentlicht hat.

Insgesamt seien in Abbottabad eine Million Seiten mit Daten in die Hände der US-Behörden gefallen, hieß es in US-Medien.

Beamte sagten nach ABC-Angaben, dass sie dadurch in den vergangenen zehn Tagen mehr über al-Qaida erfahren hätten als in den vergangenen zehn Jahren. Bin Laden war bei dem Einsatz eines US-Spezialkommandos in der Nacht zum 2. Mai erschossen worden.

An der Audio-Botschaft habe der al-Qaida-Chef noch wenige Tage vor seinem Tod gearbeitet. Ein US-Beamter sprach von "verwirrenden" Äußerungen zum arabischen Frühling - den Revolten in mehreren muslimischen Ländern.

Bin Laden hatte Sympathien für den arabischen Frühling

In der Botschaft, die Ende April produziert worden sei, gehe Bin Laden nur auf die Umstürze in Ägypten und Tunesien ein, nicht aber auf die Revolten in Libyen, Jemen und Syrien.

Es sei verwirrend, dass Bin Laden Zuspruch für die Sache der Regimegegner in Tunesien und Ägypten äußere, Monate nachdem die Revolten begannen, jedoch die anderen arabischen Staaten nicht erwähne.

Ein Rätsel sei, warum der al-Qaida-Chef nicht auch seine Unterstützung für die Aufständischen in Libyen bekundet habe - dabei habe Bin Laden den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi verabscheut, sagte der US-Beamte, der anonym bleiben wollte.

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