Ärzte Zeitung online, 20.05.2011

EU verbietet Schmuck mit Cadmium

BRÜSSEL (dpa). Gefährlicher Billigschmuck aus China oder Indien darf in der EU bald nicht mehr verkauft werden.

Halsketten oder Armbänder, die das krebserregende Cadmium enthalten, werden von Dezember an aus den Läden verbannt, sagte der Sprecher von EU-Kommissar Antonio Tajani am Freitag in Brüssel. Das chemische Element erhöhe das Krebsrisiko.

Besonders gefährlich sei solcher Schmuck für Kinder, wenn sie ihn in den Mund nehmen. Die Krebsgefahr steige aber auch schon beim Hautkontakt - selbst bei Erwachsenen. Cadmium wird den Angaben zufolge in Asien häufig für billigen Gold- oder Silberersatz genutzt.

Das Verbot gilt auch für Cadmium-Legierungen, die zum Löten benutzt werden - zum Beispiel beim Bau von Modelleisenbahnen. Kunststoffe mit Cadmium dürfen ebenfalls nicht mehr verkauft werden. Davon ausgenommen sei altes PVC, das recycelt wird.

Die europaweite Cadmium-Vorschrift ist Teil eines EU-Programms zum sicheren Einsatz von Chemikalien. "REACH" (Regulation, Evaluation, AUTHORisation of Chemicals) wurde 2007 gestartet. Dabei werden Chemikalien überprüft, die in der Landwirtschaft, im Handwerk oder in der Industrie eingesetzt werden und möglicherweise giftig sind.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »