Ärzte Zeitung online, 01.07.2011

Greenpeace befürchtet vier Grad Erderwärmung

BERLIN (dpa). Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht schwarz im Kampf gegen den Klimawandel, wenn die Politik das Thema nicht rasch wieder intensiver angeht.

"Die Folgen des Klimawandels werden sich nicht abmindern lassen, wenn das Steuer nicht sofort herumgerissen und auf Klimaschutzkurs gebracht wird", sagte der Leiter Internationale Klimapolitik von Greenpeace, Martin Kaiser, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Es drohe sonst eine Erderwärmung in diesem Jahrhundert um bis zu vier Grad Celsius.

Mit einer Neuauflage des Petersberger Klimadialogs wollen Kanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen (beide CDU) am Wochenende in Berlin neue Impulse für den Weltklimagipfel Ende des Jahres im südafrikanischen Durban geben.

Kaiser betonte, von dem Berliner Treffen mit Vertretern von 50 Staaten müsse ein Signal für Durban ausgehen. Man brauche ein neues, verbindliches Klimaschutzabkommen, da das bisherige Kyoto-Protokoll 2012 auslaufe.

"Ganz wichtig werden in Durban die Entscheidungen sein, wie die Lücke aller Emissionen geschlossen werden kann, um die Welt weit unter zwei Grad Erwärmung zu halten", sagte Kaiser.

Leider würden aber besonders die USA verbindliche Verpflichtungen blockieren. "Aller Rhetorik zum Trotz vergiftet die amerikanische Regierung das internationale Bemühen für einen rechtsverbindlichen Klimaschutz-Vertrag", sagte Kaiser.

So wie die Regierung von Präsident George W. Bush verhindere auch Präsident Barack Obama weiterhin den noch 2009 versprochenen Beitritt zum UN-Vertrag.

"Bei den laufenden UN-Verhandlungen wollen die USA sich bisher weder zu Emissionsminderungen verpflichten, noch wollen sie verbindlich die Entwicklungsländer finanziell bei der Anpassung an den Klimawandel, dem Urwaldschutz und der Minderung von Treibhausgasen langfristig unterstützen", sagte Kaiser.

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