Ärzte Zeitung online, 15.07.2011

Mutter gibt Geld behinderter Kinder für sich aus

SAARBRÜCKEN (dpa). Rund 870.000 Euro ihrer schwerstbehinderten Kinder hat eine Mutter nach Erkenntnissen des Saarländischen Oberlandesgerichts für eigene Zwecke ausgegeben.

Jetzt muss sie das Geld zurückzahlen. Die Frau habe ihre elterlichen Pflichten grob fahrlässig verletzt, erklärten die Richter am Freitag in Saarbrücken.

Das Geld der 1992 geborenen Zwillinge soll unter anderem in eine Immobilie, einen Transporter und auf ein privates Rentenkonto der Frau geflossen sein. Es handelt sich um Schadensersatzleistungen.

Die Kinder hatten die damals rund zwei Millionen D-Mark wegen eines ärztlichen Kunstfehlers bekommen. Die Vergleichssumme wurde auf das Konto der Mutter überwiesen.

Der Frau hätte bewusst sein müssen, dass sie das Geld im Sinne der Kinder anzulegen oder auszugeben habe, urteilten die Richter. Die finanzielle Zukunftssicherung der behinderten Zwillinge habe sie völlig aus dem Blick verloren.

Az.: 8 U 519/09

Topics
Schlagworte
Panorama (32403)
Recht (12555)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

In Deutschland gibt es"weder Hölle noch Paradies"

Die Lebensumstände in Deutschland sind weitgehend gleichwertig - gemessen an 53 Indikatoren, die etwa Gesundheit, Arbeit und Freizeit berücksichtigen, so der "Deutschland-Report". mehr »

Wenn Welten aufeinandertreffen

Die urologische Versorgung in Ghana findet nur sehr eingeschränkt statt. Der Verein "Die Ärzte für Afrika" unterstützt sechs Kliniken vor Ort – eine Herzensangelegenheit. mehr »

Schlaganfall im Schlaf – Wann ist Thrombolyse möglich?

Liegt der Symptombeginn bei Schlagfall einige Stunden zurück, kommt eine Thrombolyse eigentlich nicht infrage. Forschern ist es nun gelungen, Patienten für die Therapie auszuwählen, auch ohne den Zeitpunkt des Insults zu kennen. mehr »