Ärzte Zeitung online, 22.07.2011

Hunger in Afrika: Unterschiedliche Spendenbereitschaft

BERLIN/BONN (dpa). Die Spendenbereitschaft der Deutschen für die hungernden Menschen in Ostafrika wird von Hilfsorganisationen teils als verhalten, teils aber auch als groß eingeschätzt.

"In den vergangenen zehn Tagen ist die Spendenbereitschaft zwar leicht angestiegen. Sie steht aber in keinem Verhältnis zur Katastrophe und den Mitteln, die wir benötigen", sagte Maike Just, Sprecherin von Gemeinsam für Afrika, am Freitag in Berlin der Nachrichtenagentur dpa.

Die Kampagne ist ein Zusammenschluss von 23 Hilfsorganisationen, die sich unter anderem gegen den Hunger in Afrika engagieren.

Beim Hilfsbündnis Aktion Deutschland Hilft gingen in den sechs Tagen seit dem Hilfeaufruf für Ostafrika bis zum Freitagmittag rund 1,6 Millionen Euro an Spenden ein.

Das spiegele eine sehr große Spendenbereitschaft der Deutschen wider, sagte die Sprecherin des Bündnisses, Maria Rüther, in Bonn. Die Mittel würden für die Beschaffung und Bereitstellung von Nahrung, Medikamenten und Wasser dringend benötigt.

Es sei generell schwierig, für Afrika Spenden zu sammeln, sagte Just. "Da hat sich bei den Menschen vielleicht schon eine gewisse Müdigkeit eingestellt." Trotzdem hoffe das Bündnis, noch mehr Geld zu sammeln.

Schätzungen der UNO zufolge würden 300 Millionen Dollar benötigt, um die Krise in den Griff zu bekommen.

Just versicherte, dass die Spenden direkt bei den Partnern der Hilfsorganisationen vor Ort ankämen. Da es sich um Nichtregierungsorganisationen handele, sei die Politik an der Verteilung nicht beteiligt.

Die Aktion Deutschland Hilft verwendet Spendengeld unter anderem für die Lieferung von Wasser in Tankwagen, für die Trinkwasseraufbereitung und das Bohren von Brunnen.

Hier stießen die Helfer aber auch in ihre Grenzen. Teilweise lägen die Wasservorkommen in 140 Meter Tiefe. Dem Bündnis gehören 20 Hilfsorganisationen wie Care, Johanniter oder Malteser an.

Zehn dieser Organisationen sind derzeit in den von der Hungersnot betroffenen Ländern am Horn von Afrika tätig. Viele hätten Leute in Kenia stationiert, wo gegenwärtig die meisten Flüchtlinge einträfen, sagte Sprecherin Rüther.

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