Ärzte Zeitung online, 25.07.2011

Todesurteil wegen Doping in der Tiermast

PEKING (dpa). Weil er das illegale Dopingmittel Clenbuterol hergestellt und an Schweinemäster verkauft hat, ist ein Mann in China zum Tode verurteilt worden.

Die Strafe wurde für zwei Jahre ausgesetzt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag. Danach wird sie in der Regel in lebenslängliche Haft umgewandelt.

Vier weitere Angeklagte verurteilte das Gericht in der zentralchinesischen Stadt Jiaozuo (Provinz Henan) zu Haftstrafen zwischen neun Jahren und lebenslang.

Der Vorwurf lautete "Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch gefährliche Mittel", wie Xinhua berichtete.

Mit der Gabe von Clenbuterol lässt sich in der Tiermast mageres Fleisch erzeugen. Da es Organschäden verursachen kann und sich auf Körperfunktionen wie den Muskelaufbau auswirkt, ist sein Einsatz in der Nahrungsherstellung verboten.

Der Skandal war im März aufgeflogen. Damals sprachen chinesische Staatsmedien von einem weit verbreiteten Einsatz des Dopingmittels in der Schweinemast.

Die Angeklagten hatten das Clenbuterol hergestellt und an Tierzüchter in acht Provinzen wie etwa Henan, Shandong und Jiangsu verkauft, obwohl sie von den Gefahren wussten, wie Xinhua schrieb. Sie hätten einen Gewinn von 2,5 Millionen Yuan gemacht haben, umgerechnet 269.000 Euro.

Vor Gericht verteidigten sich die Angeklagten auch damit, dass ihnen kein Fall bekannt gewesen sei, bei dem Verbraucher durch den Verzehr von Fleisch mit Clenbuterol erkrankt seien.

Auch wiesen sie auf Schlupflöcher in der behördlichen Aufsicht hin. Die Anklage sprach von einem "gewaltigen Schaden" für die Fleischindustrie.

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