Ärzte Zeitung online, 26.07.2011

Mehr Arbeitsunfälle im Aufschwung

BERLIN (dpa). Der Wirtschaftsaufschwung hat auch seine Schattenseiten: Die Zahl der Arbeitsunfälle ist 2010 deutlich gestiegen, und zwar stärker als die Zahl der Arbeitsstunden, wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) am Dienstag in Berlin bilanzierte.

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zählten im vergangenen Jahr 954.459 Arbeitsunfälle in Deutschland, 7,7 Prozent mehr als 2009. Dabei kamen 519 Menschen ums Leben, 63 mehr als ein Jahr zuvor (plus 13,8 Prozent).

Zum Vergleich: Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden erhöhte sich um 3,2 Prozent auf 59,1 Milliarden Stunden.

"Wenn die Wirtschaft brummt, dann lässt das leider nicht nur die Kasse klingeln", bemerkte der Hauptgeschäftsführer der Unfallversicherung, Joachim Breuer.

"Ein höheres Arbeitstempo lässt auch das Unfallrisiko steigen." Aber auch Schnee und Eis zu Beginn und Ende des vorigen Jahres habe zu mehr Unfällen geführt.

Mitarbeiter der Logistikbranche, Postboten und Zeitungsausträger waren nach Angaben der Versicherung besonders stark von Unfällen auf glatten Straßen und Bürgersteigen betroffen.

Die Zahl der Wegeunfälle stieg 2010 im Vorjahresvergleich um 25,4 Prozent auf 223.973. Tödlich endeten 367 Wegeunfälle, das sind fünf Fälle mehr als 2009.

Die gesetzliche Unfallversicherung bot im vorigen Jahr 75,5 Millionen Menschen Schutz - außer Arbeitnehmern auch Schülern und ehrenamtlich Tätigen. Das waren 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

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