Ärzte Zeitung online, 29.07.2011

Britische Polizei behielt Organe von Opfern ein

LONDON (dpa). Mehr als hundert Opfer von Straftaten sind in Großbritannien ohne Wissen ihrer Angehörigen mit fehlenden Körperteilen oder Organen beerdigt worden.

Die Zahl bekannter Fälle könnte in den kommenden Monaten sogar noch steigen: Die Vereinigung leitender britischer Polizeibeamter Acpo hatte eine Untersuchung im ganzen Land angeordnet.

Die ersten Untersuchungsergebnisse lieferte die Polizei der Grafschaft Somerset. In den vergangenen 25 Jahren seien alleine dort Organe und Gewebe von rund 110 Menschen aus Ermittlungsgründen aufbewahrt worden, ohne dass die Familie der Toten davon gewusst habe, heißt es in dem Bericht.

Die Körperteile waren nach Obduktionen einbehalten worden. Mittlerweile seien alle Angehörigen informiert.

Vor einer Gesetzesänderung im Jahr 2006 war die Polizei im Vereinigten Königreich nicht verpflichtet, Angehörige zu informieren, falls einer Leiche Körperteile entnommen wurden.

Die Polizei Somerset teilte mit, es sei ihre Pflicht, Material von Obduktionen zurückzuhalten, falls dies zur Klärung des Todesfalles nötig sei. Untersuchungen durch Experten könnten sehr lange dauern, hieß es. Außerdem sei es im Fall eines Gerichtsprozesses wichtig, Beweismaterial aufzubewahren.

Bericht der Polizei Somerset: Audit of retained human tissue

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Computervirus legt Klinik lahm

Das bayerische Klinikum Fürstenfeldbruck ist von einem Computervirus lahmgelegt worden. Es hatte sich daher auch von der Integrierten Leitstelle des Landkreises abgemeldet und nur dringende Notfälle aufgenommen. mehr »