Ärzte Zeitung online, 03.08.2011

Kinder: Unfälle und Krebs häufigste Todesursachen

BERLIN (af). Unfälle und Krebs sind die häufigsten Todesursachen bei Kindern zwischen einem und 14 Jahren. 2009 starben 281 Kinder an den Folgen einer Verletzung, die überwiegende Mehrheit in der Folge von Unfällen.

239 Kinder seien an Krebs verschieden, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes Roderich Egeler am Mittwoch in Berlin. Dabei spielten Leukämie und bösartige Hirntumore die Hauptrollen.

Erfreulich: Insgesamt gehen die Sterbefälle bei Kindern unter 15 Jahren zurück, stellte Egeler fest. Im Jahr 2000 waren allein 577 Kinder durch Verletzungen zu Tode gekommen.

Mofas als hohes Risiko für Unfälle

Der Straßenverkehr bleibt eine besondere Gefahr für Leben und Gesundheit von Kindern. 2010 hätten sich 47.926 junge Menschen unter 18 Jahren bei Verkehrsunfällen verletzt, berichtete Egeler. 205 Kinder und Jugendliche seien an den Folgen verstorben.

Das Verkehrsunfallrisiko junger Menschen geht zurück: Im Jahr 2000 waren noch dreimal so viele Kinder und Jugendliche verunglückt als im vergangenen Jahr. 576 Kinder starben damals im Straßenverkehr.

Mofas bedeuten eine signifikant hohe Gefahr. Mit dem Einstieg in ein motorisiertes Leben ab dem 15. Geburtstag haben Jugendliche ein viermal so hohes Risiko, im Verkehr ums Leben zu kommen als die jüngeren.

Jedes siebte Kind von Armut bedroht

Egeler stellte in Berlin die statistische Erhebung "Wie leben Kinder in Deutschland" vor. Demnach ist die Zahl der Kinder unter 18 Jahren im Land seit dem Jahr 2000 um 2,1 Millionen gesunken.

Damit lebten in den alten Bundesländern noch 11 Millionen Kinder, in den neuen Ländern nur noch 2,1 Millionen Menschen unter 18 Jahren, was einen Rückgang um 29 Prozent bedeute, sagte Egeler.

Weitere Ergebnisse: 15 Prozent der Kinder unter 18 Jahren sind von Armut bedroht. Das entspricht in etwa dem Durchschnitt der Bevölkerung.

Für ein Drittel der Kinder von Alleinerziehenden sind Hartz IV und Sozialhilfe die Haupteinkommensquellen.

Die Jugend in Deutschland bildet sich. Im Schuljahr 2010/2011 besuchten 45 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe ein Gymnasium, sagte Egeler. Zehn Jahre zuvor seien es nur 37 Prozent gewesen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »