Ärzte Zeitung online, 09.08.2011

Ältere sehen fast fünf Stunden täglich fern

BERLIN (dpa). Wer älter ist als 50, sieht im Durchschnitt deutlich mehr fern als Jüngere - der Unterschied hat sich im Verlauf der ersten sieben Monate dieses Jahres sogar noch vergrößert.

Ältere sehen fast fünf Stunden täglich fern

Jeder Deutsche über 50 sitzt täglich ca. fünf Stunden vor dem Fernseher, ergab eine Auswertung.

© Udo Kröner / imago

297 Minuten saß jeder Ältere über 50 bundesweit täglich vor dem TV-Apparat, sechs Minuten mehr als im Vorjahreszeitraum, wie eine veröffentlichte Auswertung der Marktforschungsfirma Media Control ergab.

Die 14- bis 49-Jährigen, unter TV-Managern auch die werberelevante Zielgruppe genannt, verhält sich da deutlich reservierter: Die Jüngeren schalteten den Fernseher durchschnittlich 193 Minuten an, eine Minute länger als von Januar bis Juli 2010.

Durchschnittlich 227 Minuten

Im Durchschnitt saß jeder Deutsche in den ersten sieben Monaten 227 Minuten vor dem TV - ein Plus von vier Minuten trotz höherer Nutzung des Internets.

Die meiste Zeit vor der Mattscheibe verbrachten mit 350 Minuten die älteren Berliner. Dicht dahinter platzierten sich die Brandenburger (341 Minuten) und Thüringer (333 Minuten) ab 50 Jahren.

Baden-Württemberger sehen am wenigsten fern

Am wenigsten interessieren sich die älteren Baden-Württemberger (263 Minuten) fürs Fernsehen, obwohl der Konsum dort um zehn Minuten stieg.

Media Control wertete die von der GfK-Fernsehforschung täglich ermittelten Daten aus.

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[09.08.2011, 14:43:48]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
TV-Pause für Ältere?
Das korrespondiert ja hervorragend mit meinen kritischen Anmerkungen zu "Studienergebnissen", die in der Ärzte Zeitung vom 20.06.2011 unter dem Titel: "Viele Menschen glotzen sich zu Tode" kolportiert wurden:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/659779/viele-menschen-glotzen-tode.html?sh=2&h=2034803299

"Wer täglich mehr als drei Stunden fernsieht", sei "anfälliger ... und erhöht sein Sterberisiko", hätten US-Forscher in einer Studie herausgefunden.

Wenn Menschen krankheits- oder altersbedingt mehr TV sehen als ihre gesünderen und jüngeren Vergleichsgruppen, die eher noch mal vor die Tür kommen, ist die Dauer des Fernsehkonsums ein möglicher Indikator für eine alters- und krankheitsbedingte Mobilitätseinschränkung, aber kein valider, kausaler Parameter für Morbidität und Mortalität. Unsere Patienten sterben nicht, w e i l sie fernsehen, sondern w ä h r e n d der Fernseher läuft!

Von daher läuft der Fernseher im Alter länger, als manchen Angehörigen lieb ist. Da ist die TV-freie, persönliche Kommunikation und Interaktion besser geeignet, Lebensfreude und Lebensqualität zu erhalten.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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