Ärzte Zeitung online, 16.08.2011

Tote Touristen in Thailand - Pestizide?

BANGKOK (dpa). Fünf ausländische Urlauber und ein Einheimischer waren Anfang des Jahres auf rätselhafte Weise in der thailändischen Touristen-Stadt Chiang Mai gestorben.

Eine Untersuchung ist nun zu dem Schluss gekommen, dass möglicherweise der Einsatz von Pestiziden in Hotels oder auf Märkten eine Rolle gespielt haben könnte.

So sei der Tod eines US-Urlaubers vermutlich durch Rattengift verursacht worden, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Untersuchungsbericht.

Auch eine Touristin aus Neuseeland und der Thailänder seien vermutlich gestorben, weil sie chemischen Mitteln ausgesetzt gewesen seien, wie sie in Pestiziden vorkämen.

Es sei aber nicht möglich gewesen, die genauen Substanzen zu ermitteln, schränkten die Ermittler ein. Auch sei nicht klar, wie die Opfer mit diesen in Kontakt gekommen seien.

Genaue Todesursache noch unklar

Ein Experte hatte im Mai in einem Fernsehinterview die Vermutung geäußert, dass die Neuseeländerin durch einen Insektenspray zur Bekämpfung von Bettwanzen in ihrem Hotel gestorben sein könnte.

Die genaue Ursache für den Tod einer Französin sowie eines britischen Paares blieb nach der offiziellen Untersuchung ebenfalls ungeklärt. Fest steht, dass vier der Toten in demselben Hotel untergebracht waren.

Die Todesfälle im Januar und Februar hatten Chiang Mai negative Schlagzeilen beschert. Die 650 Kilometer nördlich von Bangkok gelegene Stadt hatte daraufhin die Untersuchung angeordnet und auch ausländische Fachleute hinzugezogen.

Nach der Veröffentlichung des Berichts empfahl die Gesundheitsbehörde strengere Kontrollen beim Einsatz von Chemikalien und Pestiziden in Hotelgegenden und auf Märkten.

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