Ärzte Zeitung online, 16.08.2011

WHO liefert Arznei-Nachschub für Libyen

GENF (dpa). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach der Freigabe von 100 Millionen Euro durch die niederländische Regierung die Lieferung von Medikamenten an Libyen angeschoben. Das bestätigte eine WHO-Sprecherin am Dienstag in Genf.

Die Niederlande hatten am Montag auf Gesuch der WHO die 100 Millionen Euro aus eingefrorenen libyschen Geldern für humanitäre Zwecke freigegeben. Mit dem Geld sollen Medikamente für die Bevölkerung in Libyen finanziert werden.

Sobald das Geld auf den WHO-Konten eingegangen sei, könne geliefert werden. Dazu sei bereits mit den libyschen Behörden ein entsprechender Plan ausgearbeitet worden, erklärte die WHO, die Arzneien einkaufen wird.

Allerdings werde es nach Angaben der Zulieferer bis zu drei Monate dauern, bis zahlreiche Medikamente auf der Liste bereitstehen werden, hieß es weiter.

Wichtig: Impfstoffe und Verbandsmaterial

Die libyschen Bestände an Medikamenten seien stark ausgedünnt und dürften wohl nur noch bis September reichen. Gelagerte Sammelpackungen der WHO sollen zur Überbrückung genutzt werden.

Dazu gehörten Impfstoffe, Insulin, chemotherapeutische Arzneien sowie Verbrauchsmaterialien wie Verbände, Pflaster auch für Labors und HIV-Medikamente, hieß es.

Vor Ausbruch des Konfliktes habe Libyen pro Jahr für bis zu 700.000 Dollar Medikamente importiert, besonders aus Europa. Derzeit gibt es einen Importstopp, und die libysche Zentralbank kann wegen der UN-Sanktionen keine Finanztransaktionen ausführen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »