Ärzte Zeitung online, 06.09.2011

Stärke statt Kokain: Arzt unschuldig in Haft

MADRID (dpa). Ein 34 Jahre alter Arzt aus Panama hat in Spanien ein halbes Jahr unschuldig im Haft verbracht, weil bei einem Drogentest Wäschestärke mit Kokain verwechselt worden war.

Der Mediziner hatte sich in Madrid weiterbilden wollen und dafür ein Stipendium erhalten. Wie die Zeitung "El País" am Montag berichtete, testeten die Grenzbeamten auf dem Flughafen Madrid-Barajas die Kleider des Mannes auf Kokain.

Damit sollte festgestellt werden, ob die Textilien mit Kokain imprägniert waren. Dies ist ein Verfahren, auf das Drogenschmuggler zuweilen zurückgreifen.

Sie lösen Kokain in Wasser auf, tränken die Kleidung ihres Reisegepäcks mit der Flüssigkeit, trocknen sie und filtern das Rauschgift im Zielland wieder heraus.

Bei dem Mediziner brachten die Tests bei allen Kleidungsstücken einen positiven Befund. Eine Ermittlungsrichterin schickte den Arzt daraufhin in Untersuchungshaft.

Erst sechs Monate später ergaben Laboranalysen, dass die Kleidung keinerlei Spuren von Kokain enthielt. Der Arzt vermutet, dass ein von seiner Großmutter benutztes Stärkemittel zu dem falschen Testergebnis geführt hat.

Er verlangt nach Angaben der Zeitung vom spanischen Staat nun eine Entschädigung von 280.000 Euro.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »