Ärzte Zeitung online, 31.10.2011

Seuchengefahr nach Hochwasser in Thailand

MÜNCHEN/BERLIN (dpa). Der Tropenmediziner Professor Thomas Löscher hat vor Infektionen durch das Hochwasser in Thailand gewarnt. "Das ist eine echte Katastrophe", sagte der Leiter des Tropeninstituts München am Freitag.

Werde die Zufuhr von frischem Wasser und die Entsorgung von Abwasser durch die Überschwemmungen unterbrochen, steige das Risiko von Durchfall-Erkrankungen.

Im Extremfall könnten sogar Cholera-Fälle auftreten - aber nur, wenn die Infrastrukturen massiv zerstört seien wie in Haiti.

Zudem könnte in den betroffenen Gebieten in den nächsten Wochen die Zahl der Moskitos steigen, die Krankheiten übertragen. Der Tropenmediziner rechnet vor allem mit einer Zunahme des Dengue-Fiebers.

Schutz vor Mücken wichtig

Diese Viruserkrankung kann zu Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen führen. Unter bestimmten Umständen - bei wiederholten Infektionen mit verschiedenen Virustypen - könne das Dengue-Fieber auch zum Tode führen. Besonders gefährdet seien Kinder.

Um eine derartige Infektion zu vermeiden, sollte man sich in diesen Regionen vor Mücken schützen. "Eine Impfung gegen das Dengue-Fieber ist zwar in Entwicklung, gibt es aber noch nicht."

Zur Vorbeugung von Durchfall-Erkrankungen sollten Nahrungsmittel vor dem Verzehr abgekocht werden. Die medizinische Versorgung in Bangkok und Umgebung bezeichnete Löscher als positiv.

"Die ist in Thailand eigentlich traditionell relativ gut." Außerdem sei bereits eine umfangreiche internationale Hilfe angelaufen.

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