Ärzte Zeitung online, 08.11.2011

Südkorea hilft Nordkorea mit Arzneien

SEOUL (dpa). Trotz der Spannungen mit Nordkorea gibt Südkorea wieder Geld für die Lieferung medizinischer Hilfsgüter in das kommunistische Nachbarland frei.

"Das Vereinigungsministerium hat entschieden, die Hilfe über internationale Organisationen wiederaufzunehmen", sagte eine Sprecherin des für die innerkoreanischen Beziehungen zuständigen Ressorts in Seoul am Dienstag.

Humanitäre Gründe und entsprechende Anfragen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien dafür ausschlaggebend gewesen.

Das Ministerium informierte die WHO darüber, 6,94 Millionen Dollar (rund 5 Millionen Euro) für die Lieferung medizinischer Geräte und Arzneien aufzuwenden.

Der Betrag ist der Rest einer Spende in Höhe von 13,12 Millionen Dollar, die Südkorea bereits vor zwei Jahren für die Nordkorea-Hilfe der WHO zugeteilt hatte.

Dauerhafte Spannungen

Von dem Geld wurde zunächst weniger als die Hälfte ausgegeben. Der Rest wurde blockiert, nachdem Südkorea im Mai 2010 Strafmaßnahmen gegen sein Nachbarland verhängt hatte.

Südkorea macht Nordkorea für den Untergang eines seiner Kriegsschiffe im März 2010 verantwortlich. Bei dem Zwischenfall waren 46 Menschen ums Leben gekommen.

Die Spannungen hatten sich weiter verschärft, als Nordkorea im November 2010 eine südkoreanische Insel beschossen hatte. Dabei waren vier Menschen getötet worden.

Ban prüft Hilfslieferungen

In den vergangenen Monaten hatte es wieder zaghafte Annäherungsversuche gegeben. Die Regierung in Seoul hatte vermehrt die Sendung von Hilfsgütern nach Nordkorea durch private Organisationen und Besuche von Südkoreanern im Nachbarland zugelassen.

Südkoreas Vereinigungsminister Yu Woo Ik hatte am vergangenen Freitag nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York angekündigt, er wolle über die Lieferung von Hilfsgütern an Nordkorea nachdenken.

Ban habe sich über die Unterernährung bei nordkoreanischen Kinder besorgt geäußert. Nach Angaben von UN-Organisationen benötigen sechs Millionen Nordkoreaner dringend Nahrungsmittelhilfe.

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