Ärzte Zeitung online, 23.11.2011

Guttenberg kommt in Plagiatsaffäre mit Geldauflage davon

HOF (dpa). Für den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit keine strafrechtlichen Konsequenzen.

Guttenberg kommt in Plagiatsaffäre mit Geldauflage davon

Karl-Theodor zu Guttenberg bleibt eine gerichtliche Hauptverhandlung in der Plagiatsaffäre erspart.

© Rainer Jensen / dpa

Die Staatsanwaltschaft Hof hat das Verfahren gegen den CSU-Politiker gegen die Zahlung einer Geldauflage eingestellt.

Wie die Anklagebehörde am Mittwoch mitteilte, musste Guttenberg in Abstimmung mit dem Amtsgericht Hof 20.000 Euro an die Deutsche Kinderkrebshilfe zahlen. Zu einer gerichtlichen Hauptverhandlung kommt es deshalb nicht.

199 Anzeigen

In seiner Doktorarbeit seien 23 Passagen strafrechtlich relevante Urheberrechtsverstöße, erklärte die Behörde. Der wirtschaftliche Schaden der Urheber sei aber marginal.

Wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Urheberrecht waren 199 Strafanzeigen in Hof eingegangen.

Als Verteidigungsminister zurückgetreten

Guttenberg war in Folge der Affäre im März als Verteidigungsminister zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass zahlreiche Zitate in seiner Doktorarbeit nicht gekennzeichnet waren.

Die Universität Bayreuth hatte ihm Vorsatz bescheinigt und den Doktortitel aberkannt.

Kein strafbares Verhalten festgestellt

Die Staatsanwaltschaft überprüfte auch, "ob eine Untreue oder ein Betrug zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland durch Inanspruchnahme der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages" vorlag.

Ein strafbares Verhalten habe man hier nicht feststellen können, hieß es weiter.

Immer wieder waren Vorwürfe laut geworden, Guttenberg habe beim Verfassen seiner Doktorarbeit die Hilfe der Bundestags-Wissenschaftler in Anspruch genommen.

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