Ärzte Zeitung online, 20.12.2011

Chirurgen warnen vor Busen-Gutscheinen

BERLIN (dpa). Plastische Chirurgen warnen davor, zu Weihnachten Gutscheine für Schönheits-Operationen zu verschenken.

Gerade vor Weihnachten steige die Zahl derartiger Angebote auf Gutscheinplattformen deutlich an, sagte Professor Peter Vogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) am Dienstag in Berlin.

Vogt: "Stark rabattierte Angebote für Brustvergrößerungen oder Fettabsaugung verleiten Patienten dazu, sich für einen ästhetischen Eingriff zu entscheiden, den sie ohne dieses Angebot unter Umständen gar nicht in Betracht gezogen hätten und dabei die Risiken auszublenden."

Wenig Bedenkzeit

Meist hätten Patienten bei diesen zeitlich und mengenmäßig begrenzten Gutschein-Angeboten nur 24 Stunden Zeit zur Entscheidung, kritisierte Vogt. Deshalb könnten Interessen so gut wie keine Informationen über die Qualifikation des Arztes einholen.

"Da sich der Patient praktisch 'blind‘ für eine ausführende Klinik oder einen behandelnden Arzt entscheidet, fehlt das notwendige Arzt-Patienten-Gespräch", so Vogt.

Die medizinische Indikation oder die konkrete Technik des Eingriffs werde somit im Vorfeld gar nicht besprochen. Die Rückgabe eines solchen Gutscheins sei jedoch nur in seltenen Fällen möglich, was den Druck zur Durchführung einer Schönheits-OP noch verstärke.

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