Ärzte Zeitung online, 27.12.2011

Ägypten: Richter verbieten Jungfrauentest

KAIRO (dpa). Ein Verwaltungsgericht in Kairo hat die entwürdigenden Jungfrauentests in ägyptischen Militärgefängnissen verboten.

Die Aktivistin Samira Ibrahim hatte geklagt, weil sie im März nach ihrer Festnahme auf dem Tahrir-Platz in Kairo gegen ihren Willen von einem Arzt untersucht worden war, wie ägyptische Medien am Dienstag berichteten.

Auch bei mindestens 16 anderen Frauen hatten Ärzte unter Androhung oder Anwendung von Gewalt festgestellt, ob sie noch Jungfrauen waren oder nicht. Dieses Vorgehen sorgte international für Empörung.

Die Armee hatte die Vorwürfe zunächst bestritten. Später versuchte ein General, die Tests zu rechtfertigen. Die Armee habe verhindern wollen, dass die Frauen später behaupteten, sie seien nach der Festnahme sexuell belästigt oder vergewaltigt worden, sagte der General dem Fernsehsender CNN.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnete die Äußerung als perverse Rechtfertigung. Die Frauen seien nichts anderem als Folter ausgesetzt gewesen, hieß es in einer Erklärung vom 31. Mai. Darin forderte Amnesty auch ein sofortiges Ende dieser Tests.

Mehrere ägyptische Menschenrechtsgruppen hatten wegen dieser Praxis gegen den Vorsitzenden des regierenden Militärrats, Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, Anklage erhoben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »