Ärzte Zeitung online, 29.12.2011

Medizinstudentin getötet: Fahndung nach 24-Jährigem

Kurz vor Weihnachten entdeckt die Polizei in Göttingen eine tote Medizinstudentin in ihrer Wohnung. Alles deutet auf eine Beziehungstat hin. Nun haben die Ermittler den mutmaßlichen Mörder identifiziert. Sie fahnden nach einem Studienkollegen der Frau - er ist Syrer, sie Israelin.

Medizinstudentin getötet: Fahndung nach 24-Jährigem

Versiegelter Tatort in Göttingen: Nach dem Täter wird international gefahndet.

© Stefan Rampfel / dpa

GÖTTINGEN (pid). Nach dem Mord an einer Medizinstudentin in Göttingen fahndet die Polizei jetzt nach einem Kommilitonen der 26-jährigen Frau. Der 24-jährige Medizinstudent sei dringend verdächtig, die Israelin in ihrem Appartement getötet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Göttingen am Donnerstag mit.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen syrischen Staatsangehörigen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Göttingen einen internationalen Haftbefehl gegen den Studenten erlassen.

Die 25-köpfige Mordkommission geht von einer Beziehungstat aus. Es gebe keinerlei Anhaltspunkte, dass die Tat einen politischen oder religiösen Hintergrund haben könnte, sagte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz.

Die Ermittler haben inzwischen auch gesicherte Erkenntnisse, dass sich der mutmaßliche Mörder schon vor der Entdeckung der Leiche ins Ausland abgesetzt hat.

Die Studentin war am Mittwoch vergangener Woche in ihrer Wohnung tot aufgefunden worden. Zuvor hatten Familienangehörige aus Israel eine ebenfalls in Göttingen lebende Freundin der 26-Jährigen gebeten, Nachforschungen anzustellen, da sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter herstellen konnten.

Die Obduktion ergab später, dass die 26-Jährige erstickt wurde. Weitere Details wollte die Polizei nicht nennen.

Der 24-jährige Tatverdächtige war ebenso wie die Ermordete zum Medizinstudium nach Göttingen gekommen, beide waren im 7. Semester.

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