Ärzte Zeitung, 23.01.2012

Diözese entlässt Mitarbeiter wegen Ehebruchs

ROTTENBURG (dpa). Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat einen langjährigen Mitarbeiter entlassen, weil er die Ehe gebrochen hat.

Ein Sprecher der Diözese bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der "Neckar Chronik".

Der Mann hatte nach der Trennung von seiner Ehefrau mit seiner neuen Partnerin ein Kind bekommen. Daraufhin sei dem Chef des Gesamtbetriebsrats nach 20 Jahren fristlos gekündigt worden, berichtete die Zeitung.

"Die Unauflöslichkeit der Ehe ist in der katholischen Kirche ein unangreifbares Gut", sagte der bischöfliche Pressesprecher.

"Zu den Loyalitätsverpflichtungen des kirchlichen Arbeitsrechts gehört, dass die Mitarbeiter mit ihrem Partner in einer gültigen Ehe leben." Der betroffene Mitarbeiter habe gegen diese Vorschrift im kirchlichen Arbeitsrecht verstoßen.

Vor eineinhalb Jahren hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte einem katholischen Chorleiter aus Essen allerdings Recht gegeben: Seine Entlassung wegen einer außerehelichen Beziehung verstieß nach Ansicht der Richter gegen das Grundrecht auf Schutz des Privatlebens.

Inwieweit es in dem Fall der Entlassung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart eine rechtliche Auseinandersetzung geben wird, ist noch unklar.

Topics
Schlagworte
Panorama (30872)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »