Ärzte Zeitung online, 03.02.2012

UN: Keine Hungersnot mehr in Somalia

ADDIS ABEBA/MOGADISCHU (dpa). Die Vereinten Nationen (UN) haben am Freitag die Hungersnot in Somalia offiziell für beendet erklärt.

Das Einsetzen der lang erwarteten Regenfälle, gepaart mit Fortschritten in der Landwirtschaft und einer groß angelegten humanitären Hilfsaktion hätten zu einer deutlichen Verbesserung der Situation geführt, sagte der neue Generaldirektor der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), José Graziano da Silva, vor Journalisten in Nairobi. Zuvor hatte er Teile Südsomalias bereist.

Die Organisation schätzt, dass die schlimmste Dürre seit 60 Jahren im vergangenen Jahr Zehntausende Menschenleben gekostet hat. Auf dem Höhepunkt der Krise seien 750.000 Menschen vom Hungertod bedroht gewesen.

In sechs Regionen Hungersnot ausgerufen

Im Sommer 2011 hatten die Vereinten Nationen in sechs Regionen im Süden und im Zentrum Somalias eine Hungersnot ausgerufen. Die Gebiete werden größtenteils von der radikalislamischen Miliz Al Schabaab beherrscht, die Hilfsleistungen westlicher Organisationen nur bedingt zulässt.

Hunderttausende verzweifelte Somalier waren in die Nachbarländer Äthiopien und Kenia geflohen.

Jedoch warnte die FAO, dass die Situation in dem Krisenland weiterhin prekär bleibe. "Dürren können wir nicht vermeiden, aber wir können Maßnahmen ergreifen, damit aus ihnen künftig keine Hungersnöte mehr werden", erklärte Graziano.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »