Ärzte Zeitung, 27.03.2012

Anerkennung senkt Burnout-Risiko

FRANKFURT/MAIN (dpa). Anerkennung am Arbeitsplatz senkt das Risiko für einen Burnout. Zu diesem Ergebnis kommt eine unveröffentlichte Studie, an der Wissenschaftler der Uni Frankfurt, des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt und der TU Chemnitz beteiligt waren.

Zu einer leistungsgerechten Belohnung gehöre mehr als nur angemessene Bezahlung, berichtete der Sozialpsychologe Professor Rolf Haubl am Dienstag. "Wichtig ist vor allem die soziale Anerkennung, die Menschen für ihren Arbeitseinsatz erhalten."

Die Forscher befragten 900 Supervisoren, die seit Jahren in sozialen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Schulen beraten. Dazu kamen 30 Intensivinterviews.

Eine der Fragen: Wie lassen sich Arbeitsbedingungen gestalten, dass das Risiko eines Burnouts sinkt? Das Fazit der Studie: "Arbeitgeber sollten in die Organisationskultur investieren."

Als Schutz vor Überforderung empfehlen die Forscher, die Fähigkeiten der Mitarbeiter "nachhaltig zu entwickeln". und den Kollegen, sich "halbwegs solidarisch" zu verhalten.

Die Untersuchung bestätige nicht die häufig geäußerte Meinung, dass Mitarbeiter ihrer Arbeit gegenüber gleichgültiger werden, wenn sie sich überfordert fühlen.

"Die Befragten trafen in den Organisationen in der überwiegenden Mehrzahl auf Beschäftigte, die darunter leiden, wenn sie aufgrund eines herrschenden ökonomischen Effizienzdrucks gezwungen sind, Qualitätsstandards zu verletzen", erläuterte der Industriesoziologe Professor Günter G. Voss aus Chemnitz.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »