Ärzte Zeitung, 12.06.2012

Nordkorea: Zwei Drittel der Menschen hungern

SEOUL/PEKING (dpa). Rund zwei Drittel der 24,1 Millionen Nordkoreaner haben nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) nicht genug zu essen.

"16 Millionen Menschen sind weiter von chronischer Ernährungsunsicherheit, einer hohen Mangelernährungsrate und tiefwurzelnden wirtschaftlichen Problemen betroffen", sagte der zuständige UN-Landeskoordinator Jerome Sauvage am Dienstag in Peking.

Wegen der unzureichenden medizinischen Versorgung und Ausrüstung könnten Grundbedürfnisse der Menschen nicht erfüllt werden. Sauvage sprach von einer "langwierigen Krise".

Die Anstrengungen der UN seien darauf gerichtet, die Lage durch nachhaltige humanitäre Hilfe zu lindern, um kurz- und mittelfristige Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Das Hilfsprogramm für Nordkorea sei jedoch nach wie vor ernsthaft unterfinanziert, beklagte Sauvage.

Die Weltorganisation appellierte an die internationale Gemeinschaft, in diesem Jahr zusätzlich 198 Millionen Dollar (etwa 158,5 Millionen Euro) bereitzustellen, um auf "wichtige humanitäre Prioritäten" zu reagieren.

Von den Spenden in Höhe von 218 Millionen Dollar, um die die UN 2011 gebeten hatte, kamen den Angaben zufolge nur etwas mehr als ein Drittel zusammen.

Nordkorea ist weltweit einer der Staaten, die sich am stärksten vom Ausland isolieren. Nach einer Reihe von Naturkatastrophen und aufgrund der eigenen Misswirtschaft ist das Land seit vielen Jahren auf Nahrungshilfe von außen angewiesen.

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