Ärzte Zeitung, 29.10.2012

Verbraucherzentrale

"Energy-Drinks für Jugendliche verbieten!"

HAMBURG (dpa). Nach ungeklärten Todesfällen im Zusammenhang mit Energy-Drinks in den USA hat die Verbraucherzentrale Hamburg ein Verkaufsverbot der koffeinhaltigen Getränke für Kinder und Jugendliche gefordert.

Energy-Drinks enthielten dreimal so viel Koffein wie Cola, erklärte die Verbraucherzentrale. Auch bei anderen Inhaltsstoffen wie leistungssteigerndem Taurin seien Wechselwirkungen mit Koffein nicht auszuschließen.

Würden die Getränke zusammen mit Alkohol und bei körperlicher Anstrengung wie etwa in der Disco konsumiert, bestehe die Gefahr, dass sich die Nebenwirkungen zu Krampfanfällen und Herzrasen verstärkten.

"Gerade Kinder und Jugendliche müssen geschützt werden, da in der Disco und beim Sport die Gefahr eines übermäßigen Konsums besteht", sagte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Aussagekräftige Langzeitstudien fehlten allerdings noch. Im Mai hatte der Bundesrat beschlossen, dass Energy-Drinks auch beim Ausschank in Gaststätten oder Diskotheken besonders gekennzeichnet werden müssen.

Zugleich wurden verbindliche Höchstmengen für die Inhaltsstoffe von Energy-Drinks - wie Koffein, Taurin, Inosit und Glucuronolacton - festgelegt.

Die US-Lebensmittelaufsicht (FDA) untersucht nach Medienberichten derzeit fünf Todesfälle und einen nicht tödlichen Herzinfarkt in den vergangenen drei Jahren.

Die Mutter eines 14-jährigen Mädchens aus Maryland, das nach dem Genuss von zwei koffeinhaltigen Drinks im vergangenen Dezember an Herzrhythmusstörungen gestorben war, hat eine Klage erhoben. Das betroffene Unternehmen hat die Vorwürfe in einer öffentlichen Erklärung zurückgewiesen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »