Ärzte Zeitung, 06.02.2013
 

Tbc an Schule

Warnung via Facebook

Ein an Tuberkulose erkrankter Schüler sorgt für Aufregung im Südosten Schleswig-Holsteins. Die Mitschüler und deren Eltern wussten aber schon Bescheid, bevor die Behörden reagierten - nämlich via Facebook.

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Über Facebook haben sich die Informationen über den Tbc-Fall schnell ausgebreitet.

© Julian Stratenschulte / dpa

SCHWARZENBEK. Tuberkulose an einer Schule im Südosten Schleswig-Holsteins: Das Gesundheitsamt des Kreises Herzogtum Lauenburg warnte nach einer Verbreitung von inoffiziellen Informationen über Facebook vor einer Panik und versucht mit Informationsveranstaltungen aufzuklären.

Der erkrankte Schüler wird derzeit an einer Lungenfachklinik in Großhansdorf bei Hamburg behandelt.

An der Schwarzenbeker Schule werden derzeit 938 Kinder unterrichtet. Im Kreis gibt es jährlich zwischen drei und acht Fälle von Tuberkulose. An einer Schule ist dies aber der erste Fall seit über 15 Jahren.

Obwohl das Gesundheitsamt in Ratzeburg ersten Gerüchten sofort nachgegangen war, verbreiteten sich Informationen über das Internet schneller.

Verbreitung via Facebook kritisch beäugt

Erstmals hörte Dr. Eckhardt Fink vom Gesundheitsamt am 31. Januar von einem angeblichen Fall von Tbc an der Gemeinschaftsschule und setzte für den nächsten Morgen eine Informationsveranstaltung an - da hatten sich aber bereits viele Schüler, aber auch Eltern und Lehrer über Facebook mit Informationen versorgt.

Kurz darauf sind die Kinderärzte im Kreis nach Angaben der Kreisverwaltung offiziell informiert worden. Auch rund 50 Kontaktpersonen des Schülers wurden schnell identifiziert und werden nun zum Bluttest gebeten.

Ärzte sind laut Kreisverwaltung aufgefordert, besonders auf die Symptome der Infektionskrankheit zu achten. Für Schüler, Eltern und Lehrer will das Gesundheitsamt weitere Aufklärungsveranstaltungen anbieten.

Ein Merkblatt soll Eltern helfen zu entscheiden, wann sie einen Arzt aufsuchen sollten. Ein Sprecher des Kreises zeigte sich besorgt über die Verbreitung via Facebook. So bestehe die Gefahr, dass "auch falsche Informationen zu diesem Thema in Umlauf gebracht werden". (di)

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