Ärzte Zeitung App, 06.12.2013

Fistula e.V.

Hilfe für geburtsverletzte Äthiopierinnen

Viele äthiopische Frauen leiden nach schweren Geburtsverletzungen an Inkontinenz. Der deutsche Verein "Fistula e.V." hilft.

Hilfe für geburtsverletzte Äthioperinnen

Professor Christian Hampel (l.) im Fistula-Hospital in Addis Adeba.

© Fistula e. V. Dr. Barbara Teltschik

ADDIS ABEBA. Jedes Jahr verletzen sich mehr als 9000 Frauen und Mädchen in Äthiopien bei Geburten.

92 Prozent aller Frauen in diesem Land gebären ohne jegliche medizinische Hilfe, auch im Notfall ist keinerlei fachkundige Versorgung möglich.

Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Vereins Fistula, Dr. Barbara Teltschik, reiste vor kurzem der Urologe Professor Christian Hampel von der Uniklinik Mainz nach Addis Abeba, um am Fistula-Hospital geburtsverletzten Frauen zu helfen und Ärzte weiterzubilden.

Beim Jahreskongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft berichtete er über seine Erfahrungen.

Leben stark beeinträchtigt

Insgesamt wurden bei diesem Arbeitseinsatz acht Patientinnen im Alter zwischen 17 und 37 Jahren behandelt, denen mit einer Fisteloperation nicht geholfen werden konnte.

Äthiopische Frauen, die an Blasen-Scheiden-Fisteln leiden, werden häufig vom Ehemann verstoßen. Aber auch, wenn sie zu ihren Eltern zurückkehren können, ist ihr Leben stark beeinträchtigt.

Der Gestank und die hygienischen Probleme machen das Zusammenleben mit anderen schwer. Wasser muss von weit hergeholt werden und Seife ist teuer.

Viele leben isoliert in einer Hütte am Rande des elterlichen Anwesens, wo sie ein menschenunwürdiges Dasein fristen. In vielen afrikanischen Kulturen wird eine solche Erkrankung als selbst verschuldet angesehen.

Fistula-Klinik 1974 eröffnet

Der Verein Fistula wurde 2003 in Köln gegründet - auch mit dem Ziel, die Fistula-Klinik in Addis Abeba zu unterstützen. Sie war 1974 von einem Gynäkologen-Ehepaar aus Australien eröffnet worden und finanziert sich aus Spendenmitteln.

Die Arbeit des Vereins Fistula, Hilfe für geburtsverletzte Frauen in Äthiopien, wird seit langem von der Astellas Pharma GmbH unterstützt. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Spahn kritisiert Stimmungsmache der Ärzte

Die Ärzte sind verärgert über Spahns Versorgungsgesetz. Der Gesundheitsminister stellt gegenüber der "Ärzte Zeitung" irritiert klar: Die KBV hat am Gesetz mitgearbeitet. mehr »

Wer wird Galenus-Preisträger 2018?

Heute Abend ist es soweit: Im Rahmen einer feierlichen Gala werden wieder innovative Arzneimittel und hervorragende Grundlagenforscher mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis ausgezeichnet. 13 Innovationen sind im Rennen. mehr »

Glücklich und zufrieden mit dem Job

Ärzte und Psychotherapeuten arbeiten gerne in ihrem Beruf und würden ihn wieder ergreifen. Der Ärztemonitor zeigt auch: So viele Ärzte wie nie zuvor sind zufrieden mit der wirtschaftlichen Situation. mehr »