Ärzte Zeitung online, 04.03.2014

RKI warnt

Masern-Alarm auf Kreuzfahrtschiff

Auf einem Kreuzfahrtschiff sind Masern ausgebrochen. Das RKI warnt: Betroffen könnten auch deutsche Touristen sein, die ihre Reise bereits beendet haben.

BERLIN. Auf dem Schiff "Costa Pacifica" sind laborbestätigte Masernfälle und circa 40 Verdachtsfälle aufgetreten, berichtet das RKI in einer Mitteilung.

Auch Reisende könnten sich dabei vom 17. bis 27. Februar auf einer Tour von Mallorca nach Civitavecchia (Italien) angesteckt haben. Mitglieder der Crew waren erkrankt oder auch möglicherweise infiziert, der erste Fall trat am 22. Februar auf.

Auf der Reise befanden sich auch mehrere Hundert deutsche Passagiere an Bord, die zum Teil mittlerweile das Schiff wieder verlassen haben. Die entsprechenden örtlichen Behörden haben Maßnahmen eingeleitet.

Die deutschen Passagiere sollten so schnell wie möglich prüfen, ob sie über einen Schutz gegen Masern verfügen, betont das RKI. Ein Schutz ist höchstwahrscheinlich anzunehmen, wenn Personen zwei Impfungen gegen die Masern nachweisen können oder früher sicher Masern hatten.

Achtung bei Fieber, Bindehautentzündung und Hautausschlag

Das RKI empfiehlt, nach möglichem Kontakt zu einem Masernkranken und bei Auftreten von unspezifischen Symptomen, wie Fieber, Husten, Schnupfen oder einer Bindehautentzündung oder Hautausschlag, zu Hause zu bleiben und einen Arzt oder bei einem schweren Krankheitsverlauf gegebenenfalls eine Klinik zunächst telefonisch zu kontaktieren.

Alle Passagiere sollten zudem den Impfstatus prüfen und gegebenenfalls vervollständigen. Eine Maserninfektion kann zu schwerwiegenden Komplikationen und sehr selten auch zum Tode führen. Besonders problematisch sind in Deutschland die Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine einmalige Impfung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, wenn sie nur einmal oder noch gar nicht gegen die Virusinfektion geimpft sind.

Nach Kontakt zu einem Masernkranken sollten Ungeimpfte (ab einem Alter von neun Monaten) sowie in ihrer Kindheit nur einmal geimpfte Personen oder auch Personen, bei denen der Impfschutz unbekannt ist, eine Impfung mit einem Masern-Mumps-Röteln-Kombinationsimpfstoff erhalten.

Für Deutschland wurden dem RKI im letzten Jahr 1771 Masernfälle gemeldet. Mit dem Ziel, die Ausrottung von Masern und Röteln weiter voranzutreiben, hat das Bundesministerium für Gesundheit 2012 eine Nationale Verifizierungskommission am RKI eingerichtet. Diese hat die Aufgabe, den Eliminationsprozess von Masern und Röteln zu begleiten und zu dokumentieren. (eis)

Ein Ärzte-Merkblatt und weitere Infos zu Masern gibt es auf der RKI-Webseite.

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