Ärzte Zeitung online, 10.03.2014

Ertappt

Polnischer Arzt arbeitet 175 Stunden am Stück

Ein Neurologe hat in einer Klinik in Polen mehr als eine Woche ununterbrochen auf Station verbracht. Wie Medien berichten, arbeitete er 175 Stunden am Stück.

WARSCHAU. Ein Krankenhausarzt in Polen ist länger als eine Woche ununterbrochen auf Station gewesen und hat damit einen neuen Negativrekord in dem EU-Land aufgestellt. Das stellte die polnische Arbeitsinspektion nach Medienberichten vom Montag fest.

Der Neurologe des Bezirkskrankenhauses in der Stadt Nowy Sacz behandelte tagsüber Patienten und leistete nachts Bereitschaftsdienst - insgesamt 175 Stunden lang. Bei einer frühen Kontrolle war ein Arzt auf 120 Stunden Dienstzeit gekommen.

Polen: Nur 2,2 Ärzte auf 1000 Einwohner

Nach Beschwerden von Ärzten über Extrembelastungen hatte die Arbeitsinspektion landesweit mehr als 300 Einrichtungen kontrolliert.

"Viele Mediziner arbeiten mehr als 96 Wochenstunden, weil es chronisch an Ärzten mangelt", zitierte die polnische Zeitung "Metro" aus dem Abschlussbericht.

In Polen kämen im Schnitt nur 2,2 Ärzte auf 1000 Einwohner, im EU-Durchschnitt seien es 3,5. Viele Absolventen gingen in den Westen. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

Weg frei für GroKo-Gespräche und Nachverhandlungen

Es war eine Zitterpartie: Weniger als 60 Prozent der SPD-Delegierten auf dem Parteitag stimmten Gesprächen zur Bildung einer große Koalition zu. Nun soll weiterverhandelt werden – auch in Sachen Gesundheit. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »