Ärzte Zeitung online, 08.04.2014
 

Großbritannien

Hausarzt sorgt für Sensation im Pferdesport

Der britische Hausarzt Dr. Richard Newland trainiert in seiner Freizeit Pferde. Eines hat am Wochenende das schwierigste Hindernisrennen der Welt gewonnen.

LIVERPOOL. Ein britischer Hausarzt, der im englischen Birmingham seine eigene Privatpraxis betreibt, hat am vergangenen Wochenende Pferdesportgeschichte geschrieben. Ein von ihm nach Feierabend trainiertes Pferd gewann das schwierigste Hindernisrennen der Welt.

Dr. Richard Newland gewann mit seinem 11-jährigen Wallach "Pineau de Re" das Grand National, ein über mehr als sechs Kilometer führendes Hindernisrennen in Liverpool. Das Rennen gilt im Pferdesport als das schwierigste Hindernisrennen der Welt. Gewöhnlich wird dieser Wettbewerb von Vollzeitprofi-Trainern gewonnen.

"Ich bin sehr glücklich und stolz, dass ich es nach 20 Jahren vergeblicher Versuche endlich geschafft habe, eines meiner Pferde ins Rennen schicken zu dürfen", sagte der 50jährige Hausarzt kurz vor dem Start.

Und nein, mit einem besonders guten Abschneiden seines Pferdes rechne er nicht. Dabei sein sei nun mal alles.

Über 600.000 Dollar Preisgeld

Doch es kam anders. Der Wallach des Doktors meisterte galant und super-schnell alle der bis zu 1,80 Meter hohen Sprünge und kam als erstes Pferd ins Ziel.

Nur 18 der 40 gestarteten Pferde kamen überhaupt an. Dr. Newland, der jeden Morgen nach einer kurzen Runde durch den Stall in seine Praxis in Birmingham geht, um dort den ganzen Tag Patienten zu behandeln, beschrieb den Sieg seines Pferdes als "unglaublich" und "besten Tag meines Lebens".

Seine drei kleinen Töchter und seine Gattin jubelten mit dem Allgemeinmediziner entlang der Zielgeraden. Die sympathische Familie kann sich über mehr als 600.000 Euro an Preisgeldern freuen.

Seinen Job als Arzt werde er trotz des Triumphs auf dem Rennplatz "so schnell nicht an den Nagel hängen", verriet Dr. Newland Reportern.

"Meine Patienten sind mir sehr wichtig, die kann ich nicht einfach im Stich lassen." England hat seit dem Wochenende einen neuen Nationalhelden. (ast)

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