Ärzte Zeitung online, 25.11.2014

Hanfverband

Kinospots für Legalisierung von Cannabis

Der Deutsche Hanfverband heizt die Diskussion über die Legalisierung von Cannabis in Deutschland mit einer Kino-Kampagne weiter an.

BERLIN. Der Deutsche Hanfverband (DHV) setzt sich mit einer neuen Medienkampagne für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ein. Dazu hat der DHV Filmspots produzieren lassen, die nach eigenen Angaben nun in 50 deutschen Kinos ausgestrahlt werden sollen.

Die drei Spots drehen sich laut DHV um die Themen Cannabis als Medizin, Entkriminalisierung der Konsumenten und Legalisierung und Regulierung des bestehenden Cannabis-Marktes.

Mit dieser Kampagne will der DHV die Debatte um die Legalisierung von Cannabis anheizen, die durch das Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts im Juli 2014 in Deutschland neue Nahrung erhielt.

Die Richter hatten drei Männern Recht gegeben, die gegen ein Verbot des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geklagt hatten, Cannabis zu schmerztherapeutischen Zwecken selbst anbauen zu dürfen. Palliativmediziner begrüßten das Urteil, das BfArM hingegen legte Berufung ein. Jetzt wird das Oberverwaltungsgericht Münster in dem Fall entscheiden.

Legalisierungen in USA

Auch die Entwicklungen in den USA geben dem DHV Rückenwind im Kampf für legales Kiffen. In 23 amerikanischen Staaten ist es mittlerweile erlaubt, Cannabis zu medizinischen Zwecken einzusetzen, wenn Menschen unter chronischen und starken Schmerzen leiden.

Eine neue Studie legt den Schluss nahe, dass Cannabis für Schmerzpatienten möglicherweise eine Alternative zu Opioiden sein könnte - oder zumindest helfen könnte, den Opioidbedarf zu senken.

Denn die Ergebnisse der Forscher um Marcus A. Bachhuber vom Philadelphia Veterans Affairs Medical Center zeigen, dass diejenigen US-Staaten, in denen Cannabis als Medikament angewendet werden darf, im Studienzeitraum weniger Todesfälle durch Opioidüberdosierungen aufwiesen (JAMA Intern Med. 2014; 174(10): 1668-1673). (ths)

[29.11.2014, 20:04:09]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Für mich auch eine Unverschämtheit.
Wer die VERVIELFACHUNG der Klinikbehandlungen wegen Alkoholintoxikation prinzipiell in allen Altersstufen im letzten Jahrzehnt kennt, weis wohin das führt.
Eine fortschreitende Amerikanisierung im üblen Sinne. zum Beitrag »
[26.11.2014, 10:38:19]
Dr. Detlef Bunk 
Angriff auf die Volksgesundheit
Jede Legalisierung von Tetrahydrocannabinol (THC), die unterhalb der juristischen Schwelle eines BtM-Rezeptes liegt, ist ein Verbrechen gegen die Volksgesundheit. Insbesondere bei jugendlichen Konsumenten wurde durch eine Meta-Analyse von 35 Einzeluntersuchungen nachgewiesen, „dass Cannabiskonsumierende ein um 41 Prozent höheres Risiko für eine Psychose haben, als abstinente Personen. Dabei fanden sie zudem eine dosisabhängige Beziehung“ (Zammit et al., 2007). Das bedeutet, je mehr die Personen kiffen, desto höher ist ihr Risiko, schwer psychisch zu erkranken.

Haben wir nicht schon genug Verrückte und Psychotherapiebedürftige in Deutschland?
Der Hanfverband sollte als kriminelle Organisation eingestuft werden!

Lit:
Zammit, S, Lingford-Hughes, A, Barnes, T, Jones, P, Lewis, G, Moore, T & Burke, M (2007). ‘Cannabis use and risk of psychotic or affective mental health outcomes: a systematic review’. The Lancet, Vol. 370 (9584), pp. 319 – 328.


Dr. phil. Detlef Bunk
Dipl. Psych., PP, KJP, Essen
 zum Beitrag »
[25.11.2014, 23:03:37]
Dr. Karlheinz Bayer 
Ich wußte garnicht, daß es einen "Deutschen Hanfverband" gibt

Und wenn es einen Bund der Steuerzahler gibt, dürfte es doch auch einen Bund der Hanf-Nutznießer geben. Und ebenso wie Weintrinker, welche das hohe Lied eines edlen Tropfens anstimmen, oder den kardioprotektiven Wert des roten Weins besingen, müßte es doch möglich sein, daß Hanfnutzer die analgetische Wirkung des Hanfs oder den positiven Effekt auf die motorischen Fähigkeiten bei MS-Patienten in hohen Tönen würdigen.
Und ganz nebenbei saufen sich die einen einen Schwips an und turnen sich die anderen einen ab.
Die Dosis macht das Gift.
Ich werde an dieser Stelle nicht bekennen, daß mir ein Pfeifchen oder ein Tee mit Cannabis immer schon lieber war als ein Jim Beam oder Kümmerling. Wenn es aber den Politikern mal wirklich Ernst sein könnte, den Hanf aus dem Bereich der Illegalität in den Bereich der - auch medizinisch - wertvollen Droge zu heben, dann könnte ich.

Es lebe der Deutsche Hanfverband! zum Beitrag »

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