Ärzte Zeitung online, 21.04.2015

Nigeria

Ursache von rätselhaften Todesfällen wohl geklärt

Nachdem im Süden Nigerias innerhalb kürzester Zeit 19 Menschen mit ähnlichen Symptomen gestorben sind, haben die Behörden nun konkrete Hinweise auf die Ursache der Erkrankung.

ABUJA. Gepanschter Gin soll eine Erkrankungswelle mit inzwischen 19 Toten im Süden Nigerias ausgelöst haben.

Weitere Patienten zeigten mit ähnliche Symptome. Das stütze die Vermutung, dass die Ursache keine Infektion sei, wird Gesundheitsminister Fidelis Nwankwo in einer Mitteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zitiert.

Es gebe Hinweise, dass die Betroffenen mit Methanol verunreinigten selbst gebrannten Gin tranken.

Keine Hinweise auf Viren oder Bakterien

Seit dem 15. April waren in der Stadt Ode-Irele insgesamt 24 Fälle erfasst worden, in denen Männer zwischen 20 und 75 Jahren zunächst über starke Kopfschmerzen klagten und ihre Sehkraft verloren.

Tests hatten keine Hinweise auf eine Infektion mit Viren oder Bakterien ergeben.

Gepanschter Alkohol ist weltweit immer wieder Ursache von Todesfällen.

Bei fehlerhafter Herstellung entsteht neben dem gewünschten Ethanol auch giftiges Methanol. Mitunter werden alkoholische Getränke zudem für mehr Profit von Händlern mit Methanol gestreckt.

Im Körper wird es zu Formaldehyd und Ameisensäure abgebaut. Sie schädigen Gehirn, Sehnerven, Leber und Nieren irreparabel. Zudem übersäuert das Blut. Unbehandelt endet eine Vergiftung oft tödlich.

Kurzzeitig Angst vor Ebola

Viele Menschen in der Region hatten zunächst befürchtet, es könne sich um einen Ebola-Ausbruch handeln.

In Westafrika haben sich seit vergangenem Jahr mehr als 25.000 Menschen mit dem Ebolavirus infiziert, mehr als 10.000 sind gestorben. Am schwersten betroffen waren Liberia, Guinea und Sierra Leone. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Warum ein Blinddarm auch nach der Op noch Ärger macht

Fälle wiederkehrender Appendizitis nach Appendektomie sind rar. Doch es sind offenbar sogar mehrere Rezidive möglich, wie ein Fall aus den USA zeigt. mehr »

Ein Plädoyer für mehr Medizinstudienplätze!

Medizinstudent Marcel Schwinger ist der Meinung, dass mehr Studienplätze in der Humanmedizin einen hohen Nutzen für die gesamte Gesellschaft haben – und rechnet vor, wie der Nutzen in Zahlen beziffert werden kann. mehr »

Neuer Malaria-Wirkstoff erfolgreich getestet

Eine neue Wirkstoffkombination hat in einer Studie Malaria-Patienten von ihrer Infektion geheilt. mehr »