Ärzte Zeitung online, 19.02.2016

18-Jähriger eröffnet Praxis

Wenn der Arzt wie ein Kind aussieht

Jung, pfiffig und ganz schön dreist: Fast drei Monate lang hat ein 18-Jähriger in Florida eine Arztpraxis betrieben. Ohne Berechtigung - und noch dazu als Wiederholungstäter.

Wenn der Arzt wie ein Kind aussieht

Ein beliebtes Kostüm bei Kindern - und Jugendlichen, wie das Beispiel eines dreisten 18-Jährigen in Florida zeigt.

© Claudia Paulussen - Fotolia

PALM BEACH. Ein 18-Jähriger hat im US-Bundesstaat Florida eine Arztpraxis eröffnet - ohne aber die Berechtigung zu haben, tatsächlich als Mediziner arbeiten zu dürfen. Er wurde festgenommen, wie die Polizei in Palm Beach mitteilte.

Es sei bereits das zweite Mal, dass er vorgegeben habe, Arzt zu sein, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums von Florida auf Anfrage. Schon im vergangenen Jahr habe es eine Unterlassungsanordnung gegen ihn gegeben.

Behandlung mit Luft und Wasser

Das hielt den 18-Jährigen aber offensichtlich nicht davon ab, es erneut zu versuchen. Im Internet findet sich bis Donnerstag sogar eine Website der Praxis.

Dort wird der junge Mann als Profi beschrieben, der sich um seine Patienten sorge. Er arbeite mit Luft, Wasser, Licht und Wärme sowie Kräutertherapie, naturheilkundlichen Verfahren und Elektrotherapie.

"Grey's Anatomy" als Vorbild?

Um ihn auf frischer Tat zu ertappen, besuchte ein verdeckter Ermittler die Praxis. Der 18-Jährige habe ihn untersucht und ihm seinen ärztlichen Rat angeboten, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Anschließend wurde er festgenommen.

Im Kurznachrichtendienst Twitter kommentierte das Büro des Sheriffs den Fall so: "Nur weil du eine Staffel von Grey's Anatomy geschaut hast, kannst du noch nicht als Arzt arbeiten."

Der Mann war bereits vor einem Jahr im St. Mary’s Medical Center in Palm Beach festgenommen worden, wo er sich als Arzt präsentiert hatte. Er sehe aus wie ein Kind, so ein Klinikmitarbeiter im Telefongespräch mit der Polizei. Er habe sich als „Dr. Robinson“ vorgestellt, berichtete damals der Gynäkologe Dr. Sebastian Kent: „Mein erster Gedanke war...: „Ich werde wirklich alt – diese jungen Ärzte kommen mir von Jahr zu Jahr jünger vor.“ (dpa/fuh)

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