Ärzte Zeitung, 27.10.2016

Kino-Spannung greifbar

Forscher können Emotionen im Atem messen

Wissenschaftler haben mit Hilfe von Peter Jackson bewiesen: Anhand der Atemluft im Kinosaal ist die Stimmung der Zuschauer messbar.

Forscher können Kino-Spannung im Atem messen

Der Atem stockt... Beim Ausatmen verrät er aber, wie Menschen eine Kinoszene empfinden.

© poba / iStock.com

MAINZ. Dass sich die Spannung im Kinosaal nicht nur an der Mimik der Zuschauer, sondern auch in der Atemluft messen lässt, haben nun Forscher bewiesen.

Dem Duftmuster bei Filmen kamen die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz mit Hilfe von Massenspektrometern auf die Spur.

 Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Scientific Reports".

Aufregung verändert Luft im Kinosaal

Bei aufregenden Szenen atmeten die Zuschauer demnach schneller. In der Folge stiegen die Werte für Kohlendioxid und Isopren in der Abluft des Saals. Die chemischen Signale seien so eindeutig, dass davon auf die Filmszene geschlossen werden könne.

Das Team bezog 16 Filme wie etwa "Der Hobbit" oder "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty" in die Untersuchung ein. Messgeräte im Technikraum eines Kinosaals bestimmten rund 100 verschiedene chemische Komponenten der Abluft.

Alle 30 Sekunden erfolgte eine Messung. Zuvor hatten die Forscher die einzelnen Filmszenen danach beurteilt, ob Komik, Dialog oder Kampf zu sehen ist.

"Tribute von Panem" als einer der Testfilme

"Die chemische Signatur der "Tribute von Panem" war sehr eindeutig; wir haben sie bei unterschiedlichem Publikum immer wieder gemessen", erklärt Jonathan Williams, Atmosphärenchemiker am Max-Planck-Institut für Chemie.

An der Stelle, an der die Heldin um ihr Leben kämpft, seien gewisse Werte immer deutlich angestiegen. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Mühen des Abspeckens lohnen sich!

Adipositas hat von allen bekannten Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes den stärksten negativen Effekt. Wer sehr viel abnimmt, kann es sogar schaffen, dass der Diabetes verschwindet. mehr »

Neuer Regress-Schutz für Vertragsärzte

Das Termineservice- und Versorgungsgesetz wird hart kritisiert, doch es hat auch gute Seiten: Denn es bringt Ärzten mehr Honorar für die Behandlung bestimmter Patienten – und mehr Schutz vor Regressen. mehr »

Wenn Comics die Op erklären

Alles andere als Kinderkram: Ärzte an der Charité setzen für eine Studie auf Patientencomics zur Aufklärung über die Herzkatheteruntersuchung. Und siehe da: Die Patienten können sich mehr Details merken. mehr »