Ärzte Zeitung online, 08.12.2016
 

Modellprojekt geplant

Düsseldorf will Cannabis legalisieren

Nicht zum medizinischen Gebrauch, sondern zum Freizeitkonsum: Die Stadt Düsseldorf will in einem Modellprojekt die legale Abgabe von Marihuana testen. Dazu sind aber noch ein paar Schritte nötig. Gelingt Düsseldorf, womit Berlin gescheitert ist?

Wird Düsseldorf zum Drogen-El Dorado?

Düsseldorf könnte zur ersten deutschen Stadt werden, in der Cannabis legal verkauft werden kann.

© Atomazul / Fotolia

DÜSSELDORF.  Düsseldorf plant ein Modellprojekt zur legalen Abgabe von Cannabis an Freizeitkonsumenten. Eine begrenzte Zahl volljähriger Teilnehmern soll in einigen Apotheken Cannabis erwerben dürfen. Genauere Pläne zu dem Vorhaben wurden laut Medienberichten am Mittwoch von einer Expertengruppe aus Gesundheitsspezialisten, Polizei und Verwaltung auf einer Fachtagung vorgestellt.

Ziel des Pionierprojekts: Die kontrollierte Abgabe von Cannabis in Apotheken soll den illegalen Verkauf austrocknen und zudem verhindern, dass Menschen durch gepanschtes Cannabis geschädigt werden.

Im August hatte der Düsseldorfer Stadtrat einem Antrag auf "lizienzierte Abgabe von Cannabisprodukten" zugestimmt. Im nächsten Schritt will die Stadt Düsseldorf eine Machbarkeitsstudie durchführen. Anschließend will man den Plänen zufolge im Sommer 2017 eine Sondergenehmigung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukt  beantragen.

Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg war bereits mit ähnlichen Plänen bei der Bundesbehörde gescheitert. (ajo)

[11.12.2016, 23:09:52]
Thomas Georg Schätzler 
Sorry, meinten Sie etwa "CRAVING"?
Denn "graving" {adj} {pres-p} bedeutet "meißelnd" und
"graving dock" heißt "Trockendock" {n}naut.

Aber auch bei Grab (engl. "grave") als Substantiv oder "grave" (deutsch ernst, gewichtig, schwer/-wiegend) würden Sie bei "grabend" für "graving" falsch liegen! Das wäre "digging".

Doch Sie meinten wohl die Substantive engl. "craving" für Verlangen {n} [Begierde], Gier {f}, Gelüste {pl} [geh.], Gelüst {n} [geh.], heftiges Verlangen {n}
oder die Verbformen to crave | craved | craved ... und craving {adj} {pres-p} für flehend, lüstern?

Jetzt könnten Sie mir abschließend als Chirurg noch den Ausdruck "to satisfy a craving" (deutsch ein Verlangen befriedigen) an den Kopf werfen: Aber ich bin keine "lame duck" (lahme Ente), sondern würde mich geschickt wegducken (engl. "ducking").

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[10.12.2016, 22:49:48]
Wolfgang P. Bayerl 
Danke Herr Kollege @Detlef Bunk
Cannabis macht abhängig (=süchtig), wissenschaftlich "graving" genannt und führt zu Verblödung (Blockade der EEG-gamma-Wellen) " lower intelligence quotient and slower cognitive function " .
Die Stadt Düsseldorf möchte also eine Erlaubnis zur Erzeugung von abhängigen Menschen und zur Verblödung von Menschen. Da bin ich schon etwas schockiert, zumal es in Düsseldorf schon Cannabis-Tote gegeben hat.
DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.forsciint.2014.02.001
aus der Gerichtsmedizin Düsseldorf, zur Tarnung in Englisch.
Alkoholismus reicht nicht? zum Beitrag »
[09.12.2016, 12:48:45]
Detlef Bunk 
Angriff auf die Volksgesundheit
Aus Sicht der Entwicklungspsychopathologie ist nach gegenwärtigem Forschungsstand die Freigabe von THC ein Angriff auf die Volksgesundheit, insbesondere auf die dervheranwachsenden Generationen. THC als Medikament Ja – als Genussmittel Nein! Reichen denn den gewissenlosen und egoistischen Verfechtern der Cannabis-Legalisierung nicht schon die Abhängigkeitsfolgen des kulturanthropologisch gewachsenen (noch) legalen Drogenkonsums?
Ich wiederhole meinen Kommentar von 2014:
Jede Legalisierung von Tetrahydrocannabinol (THC), die unterhalb der juristischen Schwelle eines BtM-Rezeptes liegt, ist ein Verbrechen gegen die Volksgesundheit. Insbesondere bei jugendlichen Konsumenten wurde durch eine Meta-Analyse von 35 Einzeluntersuchungen nachgewiesen, „dass Cannabiskonsumierende ein um 41 Prozent höheres Risiko für eine Psychose haben, als abstinente Personen. Dabei fanden sie zudem eine dosisabhängige Beziehung“ (Zammit et al., 2007). Das bedeutet, je mehr die Personen kiffen, desto höher ist ihr Risiko, schwer psychisch zu erkranken.

Haben wir nicht schon genug Verrückte und Psychotherapiebedürftige in Deutschland?

Lit:
Zammit, S, Lingford-Hughes, A, Barnes, T, Jones, P, Lewis, G, Moore, T & Burke, M (2007). ‘Cannabis use and risk of psychotic or affective mental health outcomes: a systematic review’. The Lancet, Vol. 370 (9584), pp. 319 – 328.

Dr. Detlef Bunk
Psychotherapeut Essen

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[08.12.2016, 15:51:46]
Karlheinz Bayer 
Berlin ist nicht gescheitert, Berlin kam garnicht zum Zug

Ich wünsche Düsseldorf viel Erfolg. Und Genehmigungsbehörden, die kapieren worum es geht. Dann hoffe ich, daß der Apothekenpreis niedriger sein wird als der auf dem freien Markt.
Ansonsten wird es so aussehen wie bisher.
Man wird die illegale Droge Cannabis weiter als bedenklicher einstufen als die legalen Drogen Alkohol und Nikotin, obwohl die beide ungleich suchtpotenter und ungleich gesundheitsschädlicher sind.
Von Düsseldorf ist es ein Sonntagsausflug nach Holland, und das ist die tatsächliche Marktkonkurrenz der Apotheken, nicht der zwielichtige Typ an der Ecke. In Holland kann man Cannabis in sauberem Zustand und zu einem erschwinglichen Preis kaufen.
Modellprojekte schön und gut. Wenn es aber weit über die Modellphase hinaus bereits saubere und praktikable Lösungen gibt, könnte man auch die übernehmen. Man müßte eben nur wollen ...

Dr.Karlheinz Bayer

P.S.: ich füge noch an, daß ich Mitglied des Ausschuß Sucht der Landesärztekammer Baden-Württemberg bin, Nichtraucher und Antialkoholiker, und daß ich es begrüßen würde, endlich mal auch in Deutschland im Feierabend einen Hanftee trinken zu können, ohne dabei das Gefühl haben zu müssen, ein Schwerverbrecher zu sein.  zum Beitrag »

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