Ärzte Zeitung, 08.02.2017
 

Schuppengecko

Neue Art verblüfft Forscher

Ein neu beschriebener Gecko sorgt bei Wissenschaftlern für Erstaunen: Der Geckolepis megalepis könnte auch für die Medizin interessant sein.

MADAGASKAR. Geckos auf Madagaskar können bei einem Angriff blitzschnell ihre gesamte Haut abstreifen. Der Angreifer bleibe mit einem Maul voller Schuppen zurück, berichten Forscher im Journal "PeerJ". Von vielen Eidechsen ist bekannt, dass sie ihren Schwanz abwerfen können, um dem Gefressenwerden zu entgehen. Bei den nun beschriebenen Geckos liegen die Hautschuppen nur an einigen Stellen am Körper an, so dass sich die Haut besonders leicht ablöst.

Die besondere Eigenheit machte es schwierig, überhaupt einigen der Tiere habhaft zu werden: Man habe die Tiere einfangen müssen, ohne sie zu berühren, erklärt Markus Scherz von der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Früher hätten Wissenschaftler mit Wattebäuschen versucht, solche Fischschuppengeckos zu fangen. Doch selbst beim Kontakt mit der weichen Watte hätten diese sich gehäutet. Für die aktuelle Untersuchung lockten die Forscher die Tiere deshalb in Plastiktüten. Die im Ankara-Reservat im Nordwesten Madagaskars gefundene Geckoart erhielt den Namen Geckolepis megalepis.

Beeindruckend ist auch die Geschwindigkeit, mit der die Schuppen nachwachsen: Es dauert nur wenige Wochen, bis ihr Körper wieder komplett bedeckt ist - und es bleiben keine Narben zurück, obwohl zusammen mit den Schuppen auch ein Teil der Haut abreißt.

Wie es den Tieren gelingt, so schnell zu regenerieren, ist noch nicht bekannt. Diese Frage könnte besonders für die Medizin interessant sein: Möglicherweise ließen sich mit darauf basierenden Ansätzen Heilungsprozesse beim Menschen verbessern und beschleunigen. (dpa)

Topics
Schlagworte
Panorama (31017)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tausende HPV-Tumoren pro Jahr sind vermeidbar

Viele Krebserkrankungen in Deutschland ließen sich durch einen HPV-Schutz vermeiden, so RKI-Berechnungen. Das Institut rät zum Impfen - das könnte auch bei Jungen sinnvoll sein. mehr »

Mit Kohlenhydrat-Tagen die Insulinresistenz durchbrechen

Typ-2-Diabetiker mit schwerer Insulinresistenz können vom Prinzip einer hundert Jahre alten Haferkur profitieren. Erfahrungsgemäß sprechen 70 Prozent der Betroffenen darauf an. mehr »

Kliniken in Nordrhein sind Vorreiter beim E-Arztbrief

Der Klinikbetreiber Caritas Trägergesellschaft West zählt zu den Vorreitern des elektronischen Arztbriefes über KV-Connect. Viele Niedergelassene sind bereits angeschlossen. mehr »