Ärzte Zeitung online, 16.05.2017

Panorama

Teenager stirbt an Koffein-Überdosis

In den Vereinigten Staaten ist ein Teenager gestorben, nachdem er in kurzer Zeit drei koffeinhaltige Getränke zu sich genommen hatte.

Von Sarah Lena Grahn

CHAPIN. Ein 16-Jähriger ist im US-Bundesstaat South Carolina an den Folgen einer Überdosis Koffein gestorben. Der Teenager sei im Unterricht in der Stadt Chapin zusammengebrochen, nachdem er innerhalb von zwei Stunden drei koffeinhaltige Getränke zu sich genommen habe – einen Milchkaffee, eine Zitronenlimonade mit hohem Koffeingehalt und einen Energy-Drink, wie der Nachrichtensender CNN am Dienstag (Ortszeit) den Gerichtsmediziner des Bezirks Richland, Gary Watts, zitierte.

Die große Menge an Koffein in so kurzer Zeit habe mit hoher Wahrscheinlichkeit Herzrhythmusstörungen ausgelöst, an denen der 16-Jährige am 26. April gestorben sei.

Der Junge sei gesund gewesen und habe weder Alkohol noch Drogen konsumiert, erklärte Watts. Eine Herzschwäche sei nicht diagnostiziert worden. In den Vereinigten Staaten gibt es immer wieder Berichte über Todesfälle nach der Aufnahme hoher Koffeinmengen vor allem über Energy-Drinks. Gerade bei einer Vorschädigung des Herzens kann exzessiver Koffeinkonsum gravierende Folgen haben.

Koffein wirkt ähnlich auf den Körper wie das Stresshormon Adrenalin: Es lässt das Herz schneller schlagen und erhöht den Blutdruck. Bei sehr großen Mengen beginnt das Herz zu rasen, kann aus dem Takt geraten und im schlimmsten Fall stehenbleiben.

Bei übermäßigem Konsum von Energy-Drinks oder anderen koffeinhaltigen Getränken sind Entzugserscheinungen bekannt, darunter Kopfschmerzen, Müdigkeit und Reizbarkeit. Bei einer Überdosis Koffein ergibt sich ein ähnliches Symptombild wie bei einem Alkoholentzug, dieses äußert sich in der Regel durch Zittrigkeit, innere Unruhe und Herzflattern. (dpa/mmr)

400mg Bis zu dieser Aufnahmemenge über den Tag verteilt gilt Koffeinkonsum für einen gesunden Erwachsenen als unbedenklich, so die Bundesregierung.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[19.05.2017, 12:53:07]
Thomas Georg Schätzler 
Koffeinintoxikation und plötzlicher Herztod?
Die Originalmeldung lautet:
"FOR IMMEDIATE RELEASE CONTACT: GARY WATTS, CORONER - 5/15/17 2:44 PM (803)576-1799 RICHLAND COUNTY, SC
At a press conference held today at 1:00 p.m. at the Richland County Coroner’s Office at 6300 Shakespeare Road, Columbia, SC, Richland County Coroner Gary Watts released the cause of death of Davis Allen Cripe. Mr. Cripe was the 16 year-old Spring Hill High School student that died on April 26, 2017. The final cause of death was determined to be due to a caffeine-induced cardiac event causing a probable arrhythmia."
Quelle http://rccosc.com/news-2015-archive/
RccoSC.com | Richland County Coroner's Office | South Carolina > USA

Daraus geht eine vage Vermutung einer wahrscheinlichen Arrhythmie als Koffein-induziertes Herz-Ereignis und damit einer "bestimmten" Todesursache hervor. Eine möglicherweise kausale Ursache-Wirkungsbeziehung bleibt damit völlig offen und ermöglicht der interessierten Öffentlichkeit die wildesten Spekulationen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

"Manche Wortwahl irritiert mich sehr"

Gesundheitsminister Spahn wird wegen des TSVG von Ärzten kritisiert. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" betont er: Es wird mit Falschinformationen Stimmung gemacht. mehr »

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

CharityAward für Zahnarzt im Waschsalon

Mit dem CharityAward zeichnet Springer Medizin Engagement von Menschen aus, die sich ehrenamtlich um hilfsbedürftige Menschen kümmern. Die diesjährigen Preisträger sind nun gekürt worden. mehr »