Ärzte Zeitung online, 12.07.2017
 

Sexuelle Dysfunktion

Reden hilft auch im Alter

Liebe und Sex im Alter wird in Partnerschaften nicht offen genug thematisiert, beklagt die Seniorenliga. Eine Broschüre soll dabei helfen.

Reden hilft auch im Alter

Sexuelle Schwierigkeiten: Ältere Paare reden zu selten miteinander.

© drubig-photo / Fotolia

BONN. Fragen zum Thema Liebe und Sex im Alter beantwortet eine neue kostenlose Broschüre der Seniorenliga. Neben Informationen zu gesundheitlichen Einschränkungen und deren Behandlung enthalte der Ratgeber auch Tipps zur Krankheitsverhütung und zu einem erfüllten Sexualleben im Alter, teilt die Seniorenliga mit.

Sexualität und Lust im Alter und damit einhergehende Probleme werden in Partnerschaften oft wenig thematisiert, heißt es in der Mitteilung. Da die Zufriedenheit mit der eigenen Sexualität mit zunehmendem Alter steige, lohne es sich jedoch, darüber offen zu reden und gegebenenfalls Hilfe bei Fachleuten zu suchen, anstatt diese schamhaft zu verschweigen.

Denn dahinter steckten nicht selten ernsthafte Probleme, über die sich die Betroffenen selbst nicht im Klaren seien. Neben der Psyche können auch organische Ursachen für sexuelle Störungen verantwortlich sein. Dies könne das Leben und vor allem das Zusammenleben von Partnern nachhaltig belasten.

"Deshalb sollte man solche Schwierigkeiten nicht als unabänderliche Alterserscheinung hinnehmen", rät Ann-Marlene Henning, Sexualtherapeutin: "Dazu gehört, die Dinge offen zu formulieren und gegebenenfalls medizinischen oder therapeutischen Rat in Anspruch zu nehmen."

Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt oder der Urologe beziehungsweise die Gynäkologin. "Um letztlich einander nah zu bleiben oder sich wieder näher zu kommen, bedarf es einer offenen und vertrauensvollen Kommunikation über die eigenen Wünsche und die des anderen", ist Henning überzeugt: "Ein erfülltes Liebesleben ist für die Gesundheit von enormer Wichtigkeit, weshalb man immer über alles reden sollte, was man in der Partnerschaft als störend oder problematisch empfindet." (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »

Jamaika – Paritätische Finanzierung ist vom Tisch

Ein neues Sondierungspapier zeigt: Die potenziellen Jamaika-Partner suchen nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner in der Gesundheitspolitik. mehr »