Ärzte Zeitung, 24.10.2017

Flüchtlinge im Mittelmeer

Seenotretter fordern Kurskorrektur

BERLIN. Mehrere deutsche Seenotrettungsorganisationen haben von der künftigen Bundesregierung eine Kurskorrektur in der Flüchtlingspolitik gefordert. Dazu gehöre etwa, die Zusammenarbeit der EU und ihrer Mitgliedsstaaten mit der libyschen Küstenwache zu beenden, solange nicht garantiert sei, dass Libyen das internationale Seerecht und das Völkerrecht einhalte. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von Jugend Rettet, Mission Lifeline, Sea Watch und SOS Mediterranee hervor.

Die EU und die italienische Marine unterstützen die libysche Küstenwache mit Ausbildungsprogrammen sowie technisch und logistisch, damit weniger Migranten nach Europa kommen. Nach Berichten von Hilfsorganisationen wurden Helfer mehrmals von der libyschen Küstenwache bedrängt, obwohl sie sich in internationalen Gewässern befunden hätten. Zudem seien Flüchtende gegen ihren Willen zurück nach Libyen gebracht worden.

Die künftige Bundesregierung müsse sich "entschieden gegen Menschenrechtsverletzungen" einsetzen und Gewalt gegenüber Flüchtenden und Rettern öffentlich verurteilen, forderten die Hilfsorganisationen eindringlich. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Erhöhtes Krebsrisiko durch Kuhmilch und Rindfleisch?

Forscher sind krebsauslösenden Agenzien auf der Spur, die in Milch und Rindfleisch stecken. Sie sind dadurch wohl auch auf den Grund gestoßen, warum Stillen das Krebsrisiko senkt. mehr »

Homöopathie-Ausschluss für CME-Punkte?

Werden in Berlin künftig keine CME-Punkte mehr für Fortbildungsveranstaltungen zur Homöopathie vergeben? Die Diskussion darüber läuft noch. mehr »

Dort, wo die Folgekoloskopie nötig ist, erfolgt sie oft nicht

Bei der Nachsorge von Patienten nach Screening-Koloskopien besteht eine erhebliche Über- und Unterdiagnostik - je nach Adenomtyp, so Daten der KolosSal-Studie. mehr »