Ärzte Zeitung online, 05.12.2017

Vereinigte Staaten

Uterus-Transplantation: Ärzte zufrieden

Nach der ersten Geburt in den USA nach einer Gebärmutter-Transplantation meldet das Krankenhaus: Mutter und Sohn geht es gut.

Von Gisela Ostwald

NEW YORK. Die Mutter habe die Klinik bereits verlassen können, teilten Ärzte der Baylor Universität in Dallas im US-Bundesstaat Texas mit. Das Baby sei noch unter Beobachtung im Krankenhaus. "Wenn man diesen Jungen sieht, fühlt man, dass man etwas Schönes und Natürliches gemacht hat, und mit Medizin etwas Gutes bewirkt hat", sagte der zuständige Arzt Giuliano Testa.

"Wir sind optimistisch, dass dieser anfängliche Erfolg in der Zukunft zu vielen weiteren führen wird", teilten die Eltern per Mitteilung mit. "Wir hoffen bescheiden darauf, dass unser kleiner Junge als Inspiration dienen kann für diejenigen, die mit Unfruchtbarkeit kämpfen, und dass er zeigen kann, dass egal welche Hürden im Weg stehen, mit dem richtigen Team alles möglich ist." Um ihre Privatsphäre zu schützen, wollten die Eltern zunächst keine weiteren Einzelheiten zu sich und dem Baby bekannt geben.

Der im vergangenen Monat geborene Junge ist nach Angaben der Klinik das weltweit neunte nach einem solchen Eingriff zur Welt gekommene Baby. Acht weitere Frauen bekamen seit 2016 an der Baylor Universität eine gespendete Gebärmutter eingepflanzt.

Als Pionier des riskanten und durchaus umstrittenen Verfahrens gilt der Schwede Mats Brännström. In seiner Klinik in Göteborg war 2014 Vincent, das erste nach einer Gebärmutter-Transplantation geborene Baby, zur Welt gekommen. Seither wurden dort mehrere weitere Babys nach solchen Eingriffen geboren – das siebte und achte binnen einer Woche in diesem Sommer.

Auch in Deutschland bekamen bereits Patientinnen die Gebärmutter einer Spenderin – etwa ihrer Mutter – eingepflanzt. Babys kamen bisher anschließend noch nicht zur Welt. An der Klinik der Baylor Universität hatten seit 2016 acht Frauen eine gespendete Gebärmutter erhalten. Dem Ende November durch Kaiserschnitt geborenen "Baby Nr. 9" könnte schon bald ein weiteres Kind folgen, hieß es bei "Dallas News".

Allein in Deutschland könnte mit dem Eingriff Schätzungen zufolge bis zu 15.000 Frauen geholfen werden, die keine eigenen Kinder bekommen können, weil sie ohne Gebärmutter geboren wurden oder das Organ durch Operationen verloren haben. Als am erfolgversprechendsten gilt die Transplantation von Organen lebender Verwandter - etwa die Gebärmutter der Mutter oder Schwester.

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