Ärzte Zeitung online, 12.02.2018

Info aus Down Under

Der Mensch und das Beuteltier

Menschen und Kängurus haben beide einen gleichen neuronalen Zelltyp. Diese Erkenntnisse, so Forscher, liefern neue Anhaltspunkte für unsere Hirnentwicklung.

Der Mensch und das Beuteltier

Das Tammar wallaby (Macropus eugenii) kommt nur in Südaustralien vor.

© Michael Meijer / stock.adobe.com

LEIPZIG Ausschließlich hohe Säugetiere – wie auch der Mensch – besitzen basale radiale Gliazelle: Veterinärmediziner der Universität Leipzig haben diese Annahme jetzt widerlegt. Sie fanden bei der Känguruart Tammar Wallaby eine große Zahl verschiedener neuraler Vorläuferzelltypen darunter auch die Gliazellen. Im Fachjournal "Cerebral Cortex" wurden ihre Forschungsergebnisse veröffentlicht (doi: 10.1093/cercor/bhw360).

"Unsere Untersuchungen lassen vermuten, dass bereits der gemeinsame Vorläufer von Beuteltieren und den Höheren Säugern diesen Zelltyp besaß und damit der Grundstein für die Größenzunahme des Großhirns schon sehr viel früher in der Evolution gelegt wurde als bisher vermutet", erklärt Jun.-Prof. Simone Fietz vom Veterinär-Anatomischen Institut der Universität Leipzig in einer Mitteilung.

Säugetiere werden ja in drei Unterklassen eingeteilt: die eierlegenden Ursäuger (Protheria), die Beutelsäuger (Metatheria) und die höheren Säugetiere (Eutheria beziehungsweise Plazentatiere, wie der Mensch). Das Tammar Wallaby, das zur Kategorie Metatheria gehört, kommt nur in Südaustralien vor. (ajo)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stromstimulation hilft Gedächtnis auf die Sprünge

US-Forscher haben mit einer speziellen Wechselstromstimulation das Arbeitsgedächtnis von über 60-Jährigen auf das Niveau von 20-Jährigen gehoben – zumindest für kurze Zeit. mehr »

Aufklärung alleine verpufft

Nicht nur zu Ostern locken Schokolade und Co.: Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. mehr »

Länger geguckt, eher gekauft

Menschen treffen irrationale Kaufentscheidungen, so eine Studie: Allein eine lange Betrachtungsdauer lässt Personen eher zugreifen – selbst, wenn das Produkt schlecht ist. mehr »