Ärzte Zeitung online, 10.05.2018

Die größten Ängste

Terror toppt alles

Deutsche hegen viele Ängste. Die Gesundheit steht dabei aber nicht an erster Stelle, wie eine Studie ergab.

Terror toppt alles

Lieber nicht hinsehen!

© Kalim / stock.adobe.com

BERLIN/WIESBADEN. Die Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Terror. Wie der aktuelle Angstindex zeigt, den die R+V Versicherung jedes Jahr repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre erheben lässt, fürchteten sich im vergangenen Jahr 71 Prozent vor terroristischen Anschlägen – 2016 waren es noch 73 Prozent.

An zweiter Stelle steht mit 62 Prozent die Angst vor politischem Extremismus, gefolgt auf Rang drei von der Angst vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (61 Prozent). Groß ist auch die Angst, im Alter pflegebedürftig zu werden.

Da aktuelle Themen diese Sorge überschatten, liegt sie mit 52 Prozent – 2016 waren es noch 57 Prozent – allerdings nur auf Platz neun im Ranking.

Das Thema Pflegebedürftigkeit ist nach Unternehmensangaben in der Studie "Die Ängste der Deutschen" ein "Dauerbrenner" unter den größten Sorgen.

"Etwa jeder zweite Deutsche hat große Angst vor Pflegebedürftigkeit. Diese Angst lag in den vergangenen 26 Jahren nahezu konstant bei rund 50 Prozent", erläutert Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V-Infocenters.

"Diese Befürchtung hat einen sehr realen Hintergrund angesichts der rund 2,6 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland - Tendenz steigend", ergänzt Römstedt.

"Pflege ist weiblich"

Dass diese Sorge bei Frauen deutlich ausgeprägter sei als bei Männern, verwundere dabei nicht: Während "nur" 48 Prozent der Männer große Angst vor Pflegebedürftigkeit hätten, seien es bei den Frauen 57 Prozent. "Pflege ist weiblich", so Römstedts Deutung.

"Zum einen sind zwei Drittel der pflegebedürftigen Frauen. Zum anderen kümmern sie sich in den meisten Fällen um die häusliche Pflege von Angehörigen", ordnet sie die Umfrageergebnisse ein.

Im Vorjahresvergleich um einen Prozentpunkt auf 58 Prozent zugenommen hat die Angst vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln. Laut R+V steigt dieser Wert aufgrund der Skandale um fipronilbelastete Eier, gepanschten Wein und Gammelfleisch seit 2013 stetig an.

Auf Platz elf der Erhebung für das vergangene Jahr landet mit 47 Prozent die Angst vor einer schweren Erkrankung – acht Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. (maw)

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