Ärzte Zeitung online, 22.10.2018

Umfrage

Uhrenumstellung geht den Deutschen auf den Zeiger

Das Vor-und-Zurück der Zeitumstellung nervt immer mehr Deutsche, so eine Umfrage. Hauptgründe: gesundheitliche Auswirkungen.

Uhrumstellung geht den Deutschen auf den Zeiger

Wer hat an der Uhr gedreht? Wenn die EU-Kommission, wie geplant, die Zeitumstellung abschafft, muss bald niemand mehr halbjährlich seine Uhren umstellen.

© Sonja Birkelbach / stock.adobe.com

HAMBURG/NEU-ISENBURG. Immer weniger Deutsche sprechen sich laut einer repräsentativen Umfrage für die Zeitumstellung aus. Forsa hat hierfür von September bis Oktober dieses Jahres 3521 Menschen im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit befragt. 17 Prozent waren laut einer DAK-Mitteilung pro Zeitumstellung (2017: 25 Prozent), 80 Prozent dagegen (letztes Jahr: 72 Prozent) – und fast jeder Zweite möchte ersatzweise die dauerhafte Sommerzeit.

Weitere Befragungsergebnisse: 28 Prozent der Antwortgeber führten gesundheitliche Gründe für eine Einführung der permanenten Sommerzeit an. So leiden den Angaben zufolge mehr als drei Viertel unter Müdigkeit oder einem Schlappheitsgefühl durch die Zeitumstellung. Fast zwei Drittel gaben Schlafprobleme infolge des Zeitwechselns an, vier von zehn konnten sich schlechter konzentrieren. Jeder Elfte meint sogar, depressive Verstimmungen durch die Uhrenumstellung zu erleiden.

Ein Chronobiologe sieht dagegen erhebliche gesundheitliche Verschlechterungen, ginge die Winterzeit verloren. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin plädiert für eine dauerhafte Winterzeit.

Unklarheit über EU-weite Zeitzone

"Die Abschaffung der Zeitumstellung ist richtig und wichtig", so DAK-Vorstandschef Andreas Storm zur Umfrage. Und er erklärt weiter: "Zahlreiche Menschen leiden unter dem ständigen Wechsel."

In der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober wird die Uhr um eine Stunde zurückgestellt – auf die Normalzeit, sprich Winterzeit. Nächsten März soll noch einmal in der gesamten EU auf Sommerzeit umgestellt werden. Geht es nach der EU sollen die einzelnen Länder dann selbst entscheiden, ob sie im Oktober 2019 zur Winterzeit wechseln oder die Sommerzeit permanent behalten.

Das stößt wiederum den Forsa-Befragten sauer auf: 68 Prozent wollen eine gemeinsame Position aller Länder zur Zeitumstellung. (ajo)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Kommentar: Dumm oder krank?

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[23.10.2018, 11:19:46]
Dr. Manfred Krüger 
"Winterzeit" ist die MEZ!
Das was Sie als "Winterzeit" bezeichnen ist die MEZ, also die mitteleuropäische Normalzeit.
Ich kann den Vorkommentatoren nur uneingeschränkt zustimmen.
Mich persönich nervt, wie vermutlich viele Menschen, die ewige Uhrenumstellerei, die absulut keinen Sinn macht.
Den Hype um mögliche gesundheitliche Beeinflussingen halte ich für völligen Nonsens.
Aber mit irgendwelchem Unsinn müssen die Medien ja ihre Spalten füllen und sog.Experten können die gravierenden Nebenwirkungen einer immer gleich Zeit, oder aber das Gegentel beschwören zum Beitrag »
[23.10.2018, 11:07:37]
Helmtrud Harnack 
Freiwillige Zeitumstellung im Urlaub?
Seltsam, dass im Urlaub sich in der Regel alle freuen 1 Stunde länger schlafen zu können, andere 1 Stunde eher leichter aufstehen ohne gesundheitlicher Probleme. Da spielt Sommer- oder Winterurlaub oder Reisen in andere Länder mit der Zeit Umstellung auch keine Rolle. Wir sollten uns freuen, dass wir gerade im Winter morgens schon mehr Licht haben, das den Kreislauf mit anregt. Die innere Uhr stellt sich mit positiven Gedanken noch schneller um. Positiv aktivieren vertreibt negative Gedanken.  zum Beitrag »
[23.10.2018, 07:23:39]
Dr. Stefan Graf 
Desinteresse
P.S.: An der lautstark beworbenen EU-weiten Umfrage zur Beibehaltung/Abschaffung der Zeitumstellung im Sommer 2018 haben gerade einmal 4,6 Millionen von rund 500 Millionen EU-Bürgern (<1%) teilgenommen. Darunter waren etwa 3 Mio Deutsche, also nicht einmal 4% der hiesigen Bevölkerung. 96 von 100 Deutschen geht die Sache demnach am "Allerwertesten" vorbei und nicht "auf den Zeiger". zum Beitrag »
[23.10.2018, 07:09:16]
Dr. Stefan Graf 
Wohl dem, der keine anderen Sorgen hat
Das einzige, was wirklich nervt, sind die "kreativen" Medien, die seit 30 Jahren zweimal jährlich die Frage stellen: "Ja müssen wir die Uhr denn nun vor- oder zurückstellen?" Mittlerweile hat das doch der letzte Depp gecheckt. Ich frage mich immer, warum von jenen, die bei einer Stunde Zeitverschiebung unter extremen und langandauernden Befindlichkeitsstörungen leiden, keine Klagen kommen, wenn sie über mehrere Zeitzonen hinweg ans "andere Ende der Welt" in Urlaub fliegen. Da ist dann ein 8-Stunden Jetlag nicht der Rede wert und am zweiten Tag vergessen.
Chronobiologisch müssen unsere diversen inneren Uhren ohnehin ständig auf den 24h-Rhythmus synchronisiert werden. Dass manche Menschen damit mehr Probleme haben als andere ist ebenso bekannt wie es mehr oder minder wetterfühlige Personen gibt. Aber wegen einer Stunde solch ein Brimborium? Ob Umstellung, Dauersommer- oder Dauerwinterzeiz - mir ist´s "Wurscht", aber entscheidet Euch endlich!! zum Beitrag »
[22.10.2018, 16:50:25]
Dr. Eberhard Bill 
Lachhaft
Ein weiterer Beleg dafür, dass es uns Deutschen extrem gut geht. Scheinbar geht es nur noch um Probleme, die vor 20, 30, 40 Jahren einfach nur lachhaft gewesen wären. zum Beitrag »
[22.10.2018, 14:44:56]
Dr.med. Elisabeth Grunwald 
So ein Theater wegen nix.
Alle die nicht mal mit 1 Stunde Zeitumstellung klar kommen, sollten sich vielleicht gleich pflegebedürftig melden. Wenn das schon ein Problem ist, wundert mich nichts mehr.  zum Beitrag »

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