Ärzte Zeitung, 27.06.2005

"Das war grausam, der Hagel hat echt wehgetan"

Ein Unwetter stürzte am Samstag ein Heavy-Metal-Festival ins Chaos / 250 Helfer versorgten 40 Verletzte

BALINGEN (dpa). Mehr als zwölf Stunden lang hatten Tausende Heavy-Metal-Fans getanzt. Plötzlich verdüsterte sich der Himmel: Blitz, Donner, Sturm und taubeneiergroße Hagelkörner stürzten das Gelände des "Bang-Your-Head"-Festivals in Balingen (Baden-Württemberg) in der Nacht zum Samstag kurzzeitig ins Chaos.

250 Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Roten Kreuz waren im Nu vor Ort. Sie versorgten 40 Verletzte und kümmerten sich um die durchnäßten und frierenden Besucher.

Einen Besucher überraschte der Sturm im Dixie-Klo. Das Häuschen stürzte um, die Chemikalien verätzten ihn. "Der Aluminiumvierkant eines einbrechenden Zelts hat eine Frau am Auge schwer verletzt", erklärte Werner Nix vom Roten Kreuz. "Die Zelte sind reihenweise durch die Luft geflogen." Zumeist kümmerten sich die Sanitäter um leichte Schnittverletzungen.

Viele Festivalbesucher machte das Unwetter kurzfristig obdachlos. Da die Konzerte beim Ausbruch schon zu Ende waren, hatten sich viele bereits schlafen gelegt. Die Helfer öffneten mitten in der Nacht Turn- und Stadthallen und versorgten die Musikfans mit Decken und heißen Getränken.

"Das war das Schlimmste, was ich je erlebt habe", sagte der neben seiner Zeltruine stehende Metal-Fan Johannes Pott. Das Unwetter weckte ihn aus tiefem Schlaf. Wegen des Stromausfalls konnte er die herumfliegenden Zelte und Klamotten nur während der vielen Blitze sehen.

"Plötzlich ist ein Pavillon auf uns drauf gesegelt", berichtete der Hamburger Lars Adamczak, während seine Freunde aufräumten und Sachen zum Trocknen aufhängten. "Das war grausam, und der Hagel hat echt wehgetan."

Ossi Priest hatte einen Geistesblitz: "Ich habe mich in das Einkaufswagenhäuschen eines Supermarkts geflüchtet und mich dort schlafen gelegt." Viele andere verbrachten die Nacht auf Autositzen.

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