Ärzte Zeitung, 07.12.2005

FUNDSACHE

Große Hoden - oder großes Hirn

Frauen haben es schon lange geahnt, jetzt ist es belegt - zumindest bei Fledermäusen: Männchen haben entweder große Hoden oder ein großes Hirn. Das berichten US-Forscher in den "Proceedings" der britischen Royal Society.

Der Biologe Scott Pitnick von der Universität in Syracuse und seine Kollegen haben das Sexualverhalten mit Hoden- und Hirngröße bei 334 Fledermaus- und Flughund-Arten verglichen. Das Ergebnis der Studie: Wer häufig den Sexualpartner wechselt, hat relativ große Hoden - dafür ist das Hirn kleiner.

Denn ein großes Hirn ist sehr energieaufwendig, aber ebenso die Produktion vieler Samenzellen, wie der Biologe erklärt. Deshalb könnten die Tiere sich nicht beides leisten. Gesteuert wird die Hodengröße den Forschern zufolge übrigens durch das Verhalten der Weibchen: Je beliebter häufige Partnerwechsel bei ihnen sind, desto größere Hoden entwickeln die Männchen der betreffenden Art. (dpa)

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