Ärzte Zeitung, 22.05.2006

FUNDSACHE

Das Gedächtnis mit der rosaroten Brille

Wenn wir uns an Ereignisse erinnern, die einen großen Einfluß auf unser Leben gehabt haben, setzen wir die rosarote Brille auf. Negative Details, die schlecht in unser Selbstbild passen, werden dabei größtenteils herausgefiltert, hat Wendy-Jo Wood, Psychologin am Nova Scotia Hospital in Halifax in Kanada, bei Untersuchungen für ihre Dissertation herausgefunden ("Journal of Personality" 74, 2006, 811).

Wendy-Jo Wood befragte Probanden mehrfach zu Ereignissen, die deren Leben veränderten. Darunter waren positive Momente wie die Begegnung mit dem Lebenspartner und negative Ereignisse wie nicht bestandene Prüfungen, Gewalt oder auch der Tod eines nahen Angehörigen.

Die meisten Interview-Partner, so die Ergebnisse der Untersuchung, erinnerten sich bei allen prägenden Ereignissen ihres Lebens eher an die positiven Gefühle, egal ob sie sich zum Zeitpunkt der Befragung gerade gut oder schlecht fühlten. (Smi)

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