Ärzte Zeitung, 23.04.2010

Fundsache

Der Makel der Fast-Food-Aktien

In den USA sind jetzt Versicherungsunternehmen, die private Lebens- und Krankenversicherungen anbieten, von einer Ärztevereinigung attackiert worden. Die "Ärzte für ein nationales Gesundheitsprogramm" (PNHP) werfen den gewinnorientiert arbeitenden Versicherungen eine nicht unbedingt von ethischer Verantwortung zeugende Geschäftspolitik vor. Die Kritik: Die Assekuranzen hielten Aktienanteile in Höhe von 1,9 Milliarden US-Dollar - und zwar ausgerechnet an Unternehmen der Fast-Food-Branche wie McDonald's und Burger King. Die Kritiker sehen die Versicherungen in einem Interessenkonflikt: Einerseits erhielten sie im Zuge der US-Gesundheitsreform künftig mehr Verantwortung, ihre Klienten zu einer gesunden Lebensweise anzuhalten - andererseits profitierten sie von Gewinnen einer Industrie, die gesundes Essverhalten nicht gerade fördere. (ob)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »