Ärzte Zeitung, 22.09.2010

Fundsache

Sie paaren sich unter der Laterne

Die Lichter der Großstadt haben einen negativen Effekt auf das Paarungsverhalten heimischer Singvögel: Die Männchen gehen häufiger fremd, und die Weibchen legen früher ihre Eier.

Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen haben fünf Singvogelarten beobachtet. Wo es viele Straßenlaternen gibt, fangen Männchen morgens deutlich früher an zu singen als ihre Artgenossen an Waldrändern. Zudem zeugen sie fast doppelt so viele Nachkommen mit fremden Weibchen. Die Weibchen wiederum legen bei Kunstlicht bis zu anderthalb Tage früher ihre Eier. Die Ornithologen, so berichtet das Deutschlandradio, betrachten die Entwicklung mit Sorge. Frühes Singen gelte normalerweise als typisches Merkmal von Männchen mit sehr guten Genen. Das Paarungsverhalten städtischer Singvögel könne zu weniger robustem Nachwuchs führen. (Smi)

Topics
Schlagworte
Auch das noch! (3198)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »