Ärzte Zeitung, 17.01.2011

Fundsache

Rentiere im Rausch

Rentiere futtern mit Vorliebe halluzinogene Pilze, um der Monotonie eines Winters in Nordamerika zu entfliehen. Mit ihrer Wirklichkeitsflucht, so berichtet Andrew Haynes im britischen "Pharmaceutical Journal" (2010, 285: 723), seien die Paarhufer nicht allein: Auch Affen, Jaguare und Stare konsumierten natürliche Drogen.

Auf der Suche nach Fliegenpilzen (Amanita muscaria) legten Rentiere mitunter sehr weite Strecken zurück, so Haynes. Nach dem Verzehr der Giftpilze torkelten sie wie betrunken herum, gäben seltsame Geräusche von sich und zuckten mit dem Kopf. In Gabun fräßen Affen die Wurzel des Iboga-Strauchs, im Regenwald berauschten sich Jaguare an der Rinde eines Lianengewächses.

"Es sieht so aus, als ob viele dieser Arten ein natürliches Bedürfnis verspürten, mit veränderten Bewusstseinszuständen zu experimentieren", folgert Haynes. (Smi)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »